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Donnerstag, 18. November 2010

Expolingua Berlin startet am morgigen Freitag!

Die Expolingua Berlin steht kurz bevor: Die Messe startet morgen, am 19. November, im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin-Mitte. Bis Sonntag, dem 22. November, können sich Besucher im Rahmen des Messeschwerpunkts „Chinesisch“ rund um die chinesische Sprache und Kultur informieren. Zum persönlichen Gespräch vor Ort sind
  • Chinesisches Kulturzentrum Berlin, Deutschland / China
  • Confucius Classroom Munich, Deutschland
  • Confucius Institute at Frankfurt University , Deutschland
  • Confucius Institute at the University of Duesseldorf , Deutschland
  • Confucius Institute at the Free University of Berlin, Deutschland
  • Confucius Institute at the University of Duisburg-Essen, Deutschland
  • Confucius Institute at the University of Freiburg, Deutschland
  • Confucius Institute at the University of Hamburg , Deutschland
  • Confucius Institute at the University of Heidelberg , Deutschland
  • Confucius Institute at the University of Leipzig , Deutschland
  • Confucius Institute at Trier University, Deutschland
  • Confucius Institute in Hannover, Deutschland
  • Confucius Institute Nürnberg at Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nürnberg, Deutschland
  • Hanban (Confucius Institute Headquarters), China
  • International House Xi'an, China
  • LSI Landesspracheninstitut Bochum, Deutschland
  • Mandarin Home / Eazy English, China/Indien
Auch das Vortragsprogramm hat Einiges zum Thema zu bieten. In Mini-Sprachkursen können sich die Besucher an drei Tagen in Chinesisch ausprobieren. Darüber hinaus informieren Experten, wie man einfach und schnell Grundkenntnisse in der chinesischen Sprache erwerben kann, was sich hinter den geheimnisvollen Schriftzeichen verbirgt und dass Chinesisch lernen gar nicht so schwer ist. Einen Überblick zu den Beiträgen zur chinesischen Sprache finden Sie hier.

Doch nicht nur die chinesische Sprache ist Thema der Messe. Insgesamt präsentieren sich 182 Aussteller aus 26 Ländern und informieren über verschiedene Möglichkeiten des Fremdsprachenlernens und –lehren. Darunter sind Sprachschulen aus dem In- und Ausland, Sprachreiseveranstalter und Austauschorganisationen sowie Botschaften, Kulturinstitute, Fremdenverkehrszentralen und Verlage. Das Vortragsprogramm bietet rund 100 Beiträge zu den Themen Sprachenlernen und Auslandsaufenthalte. Fremde Sprachen können direkt in Minisprachkursen getestet werden. Ein Highlight bildet außerdem eine Vortragsreihe speziell zum Sprachenlernen für Vorschulkinder.

Alle Aussteller und Programmpunkte sind im Internet zu finden unter www.expolingua.com

Freitag, 12. November 2010

Herausforderungen beim Chinesischlernen

Im Gespräch mit der Sprachkursabteilung des Chinesischen Kulturzentrums Berlin haben wir mehr über die Hürden beim Chinesischlernen erfahren.

Wie lange benötigt ein Chinesischlerner, um sich auf Chinesisch verständigen zu können?

Es kommt darauf an, wie oft er das Unterrichtsangebot in Anspruch nimmt. Wenn er zwei Mal in der Woche à 2 Stunden am Chinesisch Unterricht teilnimmt, benötigt er etwa sechs bis neun Monate. Danach kann er sich in einfachen Lebenssituationen verständigen.

Um komplett verhandlungssicher zu sein, wird weitaus mehr Studienzeit benötigt. Am empfehlenswertesten ist es ein Jahr bei uns Chinesisch zu lernen und dann noch einige Zeit in China zu leben.

Wie kann man sich den Lernprozess vorstellen?

Wenn man Chinesisch lernt, lernt man es wie andere Sprachen mittels Aussprache und Schrift. Man lernt zuerst die Aussprache und die Betonung sowie die Grundlagen der Schriftzeichen. Am Anfang liegt der Fokus ganz klar beim Sprechen. Fortgeschrittene lernen die Aussprache und die Schriftzeichen parallel.

Vorlieben beim Lernen sind bei den Schülern dabei ganz unterschiedlich. Manche Schüler begeistern sich für die Schriftzeichen, weil sie so viel über unsere Kultur erfahren. Andere sprechen lieber und üben die vier Töne.

Wo liegen die Hürden beim Lehren der chinesischen Sprache?

Die Schriftzeichen sind ja in einer ganz anderen Kultur entstanden. Es ist nicht immer leicht, Mitteleuropäern die andere Denkweise, die der Schrift zu Grunde liegt, zu vermitteln.

Mein Tipp: Nutzen Sie jede Gelegenheit, die sich Ihnen bietet, um Chinesisch zu sprechen und auch zu lesen.

Wo sehen Sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede vom deutschen zum chinesischen Alltag?

Auf diese Frage gibt es viele Antworten. Die anschaulichsten Beispiele sind die Ess- und Trinkgewohnheiten. Chinesen benutzen Stäbchen während Deutsche mit Messer und Gabel essen. Chinesen trinken gerne Tee, die Deutsche trinken lieber Kaffee.

Zum Schluss noch ein kurzer Abstecher in den kulinarischen Bereich: Welche chinesische Spezialität fehlt Ihnen hier in Deutschland? Gibt es eine deutsche Speise, die sie besonders mögen?

In China ist die Auswahl an Meeresfrüchten viel größer als in Deutschland, das fehlt mir ab und an.
Eine meiner liebsten Speisen in Deutschland ist jedoch das gegrillte Berliner Eisbein mit Sauerkraut.

Montag, 8. November 2010

Chinesisch - Schnupperkurs

Einen ersten Einblick bietet der Expolingua Berlin Online-Schnupperkurs in die chinesische Sprache. Der kleine Überblick konnte mit Unterstützung von unserem Partner Das China Büro e.V. realisiert werden.

Die Begrüßung auf Chinesisch


Ni Hao
Hallo

Das linke Zeichen bedeutet du und wird in Pinyin ni (im dritten Ton: fallend-steigenden) ausgesprochen.
Das rechte Zeichen bedeutet gut und wir in Pinyin hao (auch im dritten Ton: fallend-steigenden ausgesprochen.

Die chinesische Begrüßungsformel Ni hao ist gleich wie Hallo auf Deutsch. Die Antwort der angesprochenen Person sollte ebenfalls Ni hao sein.

Der Abschied auf Chinesisch


Zai Jian
Auf Wiedersehen

Das linke Zeichen bedeutet "noch" oder "wieder" und wird in Pinyin zai (im vierten Ton: fallend) ausgesprochen.
Das rechte Zeichen bedeutet "sehen" und wird in Pinyin jian (ebenfalls im vierten Ton: fallend) ausgesprochen.
Zusammen entspricht es "Auf Wiedersehen" auf Deutsch.

Freitag, 5. November 2010

Chinesisch – meistgesprochene Muttersprache

Ein Gastbeitrag von Dr. Susanne Buschmann
Chinesisches Kulturzentrum Berlin. 美

Für Mitteleuropäer kaum vorstellbar, aber wahr: Chinesisch ist die meist-gesprochene Muttersprache der Welt. Mehr als ein Fünftel der Weltbevölkerung spricht Chinesisch, auch wenn man berücksichtigt, dass sich diese Sprache in viele, zum Teil sehr unterschiedliche Dialekte aufgliedert. Kann man Chinesisch deshalb schon als eine Weltsprache einordnen? In China ist zu dieser Frage in jüngster Zeit eine lebhafte Diskussion entbrannt, denn nach wie vor ist es eine Tatsache, dass Chinesisch vor allem von den Chinesen selbst gesprochen wird. Dabei ist zu beachten, dass Chinesisch über die 1, 3 Milliarden Einwohner der Volksrepublik China hinaus auch noch von mehreren Hundert Millionen Auslands-Chinesen als Muttersprache benutzt wird.

Der Blick auf die Situation im letzten Jahrzehnt zeigt hier einen deutlichen Wandel hinsichtlich der Nutzung im World Wide Web.Hier ist Chinesisch zum Beispiel nach Englisch die zweithäufigste Sprache geworden – nicht zuletzt dadurch, dass es Hunderte Millionen Chinesen gibt, die das Internet täglich nutzen. Und schon seit über 60 Jahren ist Chinesisch eine anerkannte Amtssprache der UNO. Immer mehr verbreitet sich international die Erkenntnis, dass eine Erschließung des Reichtums der Kultur und der Geschichte Chinas, die über das Oberflächliche hinausgeht, nur durch die Kenntnis seiner Sprache und Schrift möglich ist. Ganz folgerichtig nimmt mit der wachsenden Rolle Chinas in der internationalen Staatengemeinschaft gegenwärtig in vielen Ländern der Welt die Nachfrage nach dem Erlernen des Chinesischen deutlich zu, so auch in Deutschland und in Berlin.

Chinesisch lernen in jedem Alter

Nicht nur junge Leute, sondern auch viele ältere Menschen lassen sich auf die Sprache ein, und das, obwohl Chinesisch allgemein als schwer zu erlernen gilt. Dabei machen dann viele die Erfahrung, dass das gesprochene Chinesisch für europäische Ohren zunächst zwar recht fremdartig klingt, Chinesisch ist eine Sprache mit verschiedene Tonen, aber durchaus erlernbar ist.

Die Beherrschung der chinesischen Schrift hingegen kostet im Vergleich zu alphabetischen Systemen viel mehr Zeit und Mühe. Aber der Aufwand lohnt sich. Denn erst durch die Kenntnis der chinesischen Schrift erschließt sich dem Europäer tatsächlich der Zugang zur alten und neuen Kultur Chinas. Die chinesische Schrift, das älteste erhaltene Schriftsystem der Welt, ist nicht nur einst von anderen Kulturen Ostasiens übernommen worden; auch heute spielt sie im Modernisierungsprozess Chinas eine immer wichtigere Rolle. Es handelt sich dabei um eine sehr lebendige Schrift, die nicht nur als ein praktisches Verständigungsmittel in China und in Ostasien dient, sondern in der sich zugleich die Kultur Chinas auf besondere Weise widerspiegelt. Diese enge Verbindung von Sprache und Schrift mit Geschichte, Kultur, Lebensweise, Philosophie und Gefühlswelt einer Nation stellt mit Sicherheit ein einzigartiges Phänomen in der Welt dar.

Montag, 18. Oktober 2010

„China: Ein Land mit Tausend Facetten“ – Olympiasiegerin Britta Heidemann im Interview

Die diesjährige Kulturbotschafterin Britta Heidemann erzählt im Interview mit der Expolingua Berlin von ihren Erfahrungen mit der chinesischen Kultur, was China so faszinierend macht und welche Hürden beim Erlernen der chinesischen Sprache zu meistern sind.

Chinesisch ist Gastsprache auf der diesjährigen Expolingua Berlin 2010. Frau Heidemann, Sie waren schon als Jugendliche für einen Schulaufenthalt in China, studierten Regionalwissenschaften (China) und sind auch sportlich im Land der Mitte unterwegs. Was hat Sie damals an China fasziniert und was finden Sie heute noch beeindruckend?

China ist ein Land mit tausend Facetten – wer in China rumreist, findet heraus, dass es nicht nur viele unterschiedliche topographische und klimatische Begebenheiten gibt, sondern auch überall anderes Essen, andere Lebensstile und Lebensbedingungen, andere Menschen. Besonders beeindruckt hat uns neben der faszinierenden Sprache diese alte Kultur, die wie selbstverständlich auch heute noch den Kindern vermittelt wird.

Wie würden Sie die chinesische Sprache beschreiben? Was ist das Besondere am Chinesischen?

Beim Lesen chinesischer Texte muss ich immer an Kreuzworträtsel denken. Da es keine Leerzeichen gibt, muss man selber herausfinden, wo ein Wort endet und das nächste beginnt. Die Sprache fand ich schon immer besonders melodisch, mir gefallen die verschiedenen Tonhöhen. Gut für uns Deutschen beim Lernen des Chinesischen ist, dass uns die Aussprache ziemlich gut liegt, auch wenn man das nicht vermuten mag.

Als Sportlerin reisen Sie sehr viel, sind in den unterschiedlichsten Ländern unterwegs und lernen Menschen aus den verschiedensten Kulturkreisen kennen. Wie schätzen Sie die Bedeutung von Sprachkenntnissen ein?

Für mich ist die Sprache die Basis für jegliche Kommunikation. Auch unter uns Sportlern haben wir nur eine Chance zu erfahren, wie der Alltag einer russischen oder chinesischen Sportlerin aussieht, wenn diese auch etwas Englisch sprechen können. Sonst kann man ja nichts von dem anderen erfahren, was er macht, was er denkt. Zum Glück konnte ich durch das Chinesisch früh mit meinen chinesischen Kolleginnen sprechen und habe so einen Einblick in das chinesische Denken bekommen. Insgesamt bringen Sprachkenntnisse auch den Vorteil, dass man mehr Vertrauen entgegengebracht bekommt und man anfängliche Barrieren somit überspringen kann.

Wie lernen Sie selbst Sprachen? Haben Sie Empfehlungen für unsere Besucher?

Ich schaue mir immer gerne die Grammatik an, sie ist das Gerüst einer jeden Sprache. Wenn ich die verstanden habe, muss man den Rest nur mit Wörtern auffüllen. Das hat bisher sehr gut funktioniert. Ansonsten: Reden, reden, reden.

Kann der Sport als Brückenbauer zwischen verschiedenen Kulturen fungieren?


Sport verbindet verschiedene Völker im übergeordneten Sinne auf eine ganz besondere Art und Weise. Im Gefecht oder auf dem Spielfeld zählen nur die sportlichen Regeln, da gibt es keine politischen, religiösen oder kulturellen Barrieren. Sport ist keine Frage der Nationalität, und das ist etwas Wunderbares.

Frau Heidemann, vielen Dank für dieses Interview


Bildquelle: Ulrich Hartmann

Donnerstag, 14. Oktober 2010

China hautnah, Teil II – Sprache und Kultur erleben

„Durch jede neue Erfahrung, die ich in China mache wächst meine Faszination für dieses Land und seine Sprache“. Im ersten Teil des Interviews mit der Studentin Pilar Czoske erfuhren wir mehr über die Hintergründe ihres Aufenthalts im Land der Mitte. Heute erzählt Pilar von ihren Erfahrungen mit der chinesischen Sprache.

Was macht China in ihren Augen so besonders?

Nach und nach konnte ich in die Kultur und Sprache Chinas eintauchen. Das beginnt damit, den Alltag, die Essensgewohnheiten und Familienwerte kennen zu lernen und mitzuerleben. Weiter geht es mit der chinesischen Sprache: das Erfassen der komplexen Schriftzeichenwelt und dem aktiven Erlernen der Sprache durch hören und sprechen. Aber auch die Kontraste sind es, die faszinieren – von sehr modernen Bauten, einem nahezu futuristischem Stadtbild bis hin zu kleinen Seitengassen mit seinen Düften der Straßenküchen, Wäscheleinen, Handwerkslädchen sowie Kinderstimmen und alte Leute, die sich um einen Tisch gesellen und Brettspiele spielen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der chinesischen Sprache?

Ich glaube, wenn man Neugier und Freude mitbringt, die Welt der Schriftzeichen zu erkunden, ist das Chinesisch zumindest immer spannend und eine große Herausforderung. Meine persönlichen Erfahrungen sind, dass man viel Ausdauer und Geduld haben sollte, um diese Sprache Schritt für Schritt zu erlernen. Vor allem darf man nicht die Erwartungen an sich selbst stellen, Chinesisch nach einem Jahr gut sprechen zu können. Da ist das Verstehen, das Sprechen und schließlich Schreiben und Lesen - alle diese Bereiche sind auf verschiedene Weise zu erlernen. Legt man den Schwerpunkt beispielsweise nur auf das Hören und Sprechen, bedeutet dies nicht, dass man auch Chinesisch schreiben kann. Legt man hingegen den Schwerpunkt auf das Erlernen der Schriftzeichen und Satzstrukturen, bedeutet dies wiederum nicht, dass man sich im Alltag unterhalten kann.

Was fällt Ihnen leicht beim Gebrauch der chinesischen Sprache? Was ist eher schwierig?

Wenn man sein Hörverständnis schult, hat man schon viel gewonnen. Um die Sprache aber wirklich zu erlernen und die chinesische Kultur „umfassender“ kennenzulernen, ist es jedoch meiner Meinung nach am wichtigsten, Schreiben und Lesen zu können. Dann öffnen sich wieder viele Türen, um China und seine Denkweisen zu verstehen oder einfach auch nur anders wahrzunehmen. Trotzdem finde ich, dass für mich die Zeichenwelt die größte zu bewältigende Aufgabe darstellt. Oft vergesse ich wieder Zeichen oder die verschiedenen Kombinationen ergeben wieder einen neuen Sinn, den man erst im Zusammenhang des ganzen Satzes versteht. Das ist kompliziert und manchmal auch anstrengend.

Donnerstag, 19. November 2009

Expolingua Berlin startet am Freitag!

Bald geht’s los – die Expolingua Berlin startet diesen Freitag, dem 20. November, im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin-Mitte. Bis Sonntag, dem 22. November, können sich Besucher im Rahmen des Messeschwerpunkts „Dolmetschen und Übersetzen“ rund um Sprachberufe informieren. Zum persönlichen Gespräch vor Ort sind unter anderem die Generaldirektion Dolmetschen der Europäischen Union (EU) sowie der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ). Auch das Vortragsprogramm hat Einiges zum Thema zu bieten. Experten erläutern unter anderem Ausbildungswege zum Dolmetscher und Übersetzer sowie Karrieremöglichkeiten. Einen Überblick zu den Beiträgen finden Sie hier (PDF).

Doch nicht nur Sprachberufe sind Thema der Messe. Insgesamt präsentieren sich über 200 Aussteller aus mehr als 30 Ländern und informieren über verschiedene Möglichkeiten des Fremdsprachenlernens und –lehren. Darunter sind Sprachschulen aus dem In- und Ausland, Sprachreiseveranstalter und Austauschorganisationen sowie Botschaften, Kulturinstitute, Fremdenverkehrszentralen und Verlage. Das Vortragsprogramm bietet über 100 Beiträge zu den Themen Sprachenlernen und Auslandsaufenthalte. Fremde Sprachen können direkt in Minisprachkursen getestet werden. Ein Highlight bildet außerdem eine Vortragsreihe speziell zum Sprachenlernen für Vorschulkinder.

Alle Aussteller und Programmpunkte sind im Internet zu finden unter www.expolingua.com

Mittwoch, 19. November 2008

Au revoir! - Expolingua Berlin erfolgreich beendet




Die Expolingua Berlin ist am Sonntag, den 16. November, erfolgreich zu Ende gegangen. Auf der Sprachenmesse präsentierten sich in diesem Jahr 191 Aussteller aus 33 Ländern. Damit waren mehr Länder als je zuvor auf der Messe vertreten. Auch bei den Besucherzahlen konnte eine positive Bilanz gezogen werden: 14 858 Interessierte kamen nach Berlin.

Ebenso fanden die 100 Beiträge des Vortragsprogramm mit 3767 Besuchern großen Zuspruch. Publikumsmagnet waren die zahlreichen Minisprachkurse, in denen die Besucher Sprachen wie Arabisch, Finnisch, Französisch, Japanisch und weitere ausprobieren konnten.

Die nächste Expolingua Berlin findet vom 20. bis 22. November 2009 wieder im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin statt.

Infos dazu unter: www.expolingua.com

Weitere Impressionen von der Expolingua Berlin 2008 finden sich in unserer Bildergalerie.

Mittwoch, 12. November 2008

Expolingua spricht Französisch – Die Gastsprache in Aktion

Der Countdown läuft – Bereits morgen startet die Expolingua, internationale Messe für Sprachen und Kulturen in ihre 21.Auflage, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Französisch. Neben verschiedenen Ausstellern aus dem frankophonen Sprachraum wird der Gastsprache vor allem im begleitenden Vortrags- und Kulturprogramm ein Sonderplatz eingeräumt.

Gleich am Freitag geht’s los: Zum Auftakt stellt das Informations- und Dokumentationszentrum der französischen Botschaft (CIDU) Schülern und Studenten die Möglichkeiten eines Auslandsstudiums in Frankreich vor und gibt hilfreiche Tipps zur Organisation.

Im Anschluss präsentiert sich das Deutsch-Französische Jugendwerk in zwei Vorträgen: Mit einem Erfahrungsbericht aus erster Hand können die Zuhörer das DFJW-Programm Sauzay im ersten Vortrag näher kennen lernen. Anschließend wird ein umfassender Überblick über alle schulischen und außerschulischen Sprachprogramme des DFJW gegeben.

Der letzte Vortrag mit Französischbezug am ersten Messetag widmet sich den Chancen und Risiken der beruflichen Mobilität in Deutschland und Frankreich. Die zweisprachige Präsentation der RESPEA Mobilitätsagentur zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der deutsch-französischen Arbeitssuche auf und vermittelt nützliche Strategien und Informationen für einen beruflichen Senkrechtstart im Nachbarland.

Wer nach diesen Vorträgen auf den Geschmack gekommen ist, kann sich am Freitag Nachmittag sogleich in einem Minisprachkurs an der neuen Lieblingssprache versuchen.

Am Samstagnachmittag stellt das Institut Français de Berlin in zwei Vorträgen ihr vielfältiges Angebot rund um die französische Sprache und Kultur einerseits, und die Vorzüge des international anerkannten Sprachdiploms DELF andererseits vor.

Einen interessanten Einblick in die französische Phonetik gewährt die dritte Präsentation am Samstag. Der auf Französisch gehaltene Crashkurs der renommierten Pariser Universität Sorbonne Nouvelle vermittelt Grundlagen und neue Methodiken in der französischen Sprachausbildung.

Am Sonntag, dem letzten Messetag, kommt die Senatskanzlei Berlin zu Wort. Ihr Vortrag zur deutsch-französischen Bildungs- und Kulturzusammenarbeit veranschaulicht den Wirkungsbereich und des Bevollmächtigten für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit – ein Amt, das derzeit vom regierenden Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit vertreten wird.

Das binationale Ausbildungsprogramm zum Fremdsprachenassistenten ist Thema des zweisprachigen Vortrages des CIEP (Centre international d’études pédagogiques).

Den Abschluss der Sondervorträge zur Gastsprache Französisch bildet die Präsentation von Ludolangue am Sonntag Nachmittag. Der französischsprachige Vortrag stellt die spielerischen Sprachlernmethoden des Vereins vor.

Direkt im Anschluss an die Sonderpräsentation beginnt im Rahmen des Kulturprogramms die Vorführung des Filmes Ensemble c’est tout (Zusammen ist man weniger allein). Der von Kritikern hoch gelobte Liebesfilm mit der bezaubernden Audrey Tautou in der Hauptrolle wird im französischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Im Anschluss an den Film und als Abschluss des französischen Kulturprogramms wird der in Paris lebende Autor und Illustrator Chen Jiang Hong einen Einblick in seine international prämierten Werke geben. Der chinesischstämmige Wahlfranzose begeistert mit seinen Büchern rund um chinesische Mythen und Legenden ein weltweites Publikum. Auf die Lesung des, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Künstlers folgt eine exklusive Signierstunde.


Neugierig geworden? Die offizielle Webseite der Expolingua bietet alle Informationen zur Messe und dem begleitenden Vortrags- und Kulturprogramm - nicht nur zum Thema Französisch: www.expolingua.com

Eine komplette Übersicht aller Präsentationen im Rahmen des Vortragsprogramms gibt es hier.

Das Kulturprogramm am Sonntag ist auf dieser Seite zusammengestellt.

Eine Übersicht aller 190 Aussteller aus 33 Ländern ist im Ausstellerverzeichnis der Expolingua zu finden.

Dienstag, 4. November 2008

Okzitanisch - Das andere Französisch

In Frankreich wurde nicht immer nur Französisch gesprochen. Über viele Jahrhunderte sprachen die Menschen im Süden des Landes l'Occitan, das Okzitanisch. Dabei handelt es sich nicht um eine Variante oder einen Dialekt des Französischen: Okzitanisch ist eine so genannte galloromanische Sprache und blieb relativ unberührt von fränkischen Einflüssen. Sowohl das Französische als auch Okzitanisch haben sich unabhängig voneinander aus dem Lateinischen entwickelt.

Als natürliche Grenze der beiden Sprachräume in Frankreich gilt die Loire. Südlich des Flusses bildete sich die Langue d’Oc, das Okzitanische aus, nördlich davon die Langue d’Oïl, das weitgehend dem heutigen Französisch entspricht. Diese Bezeichnungen rühren von der unterschiedlichen Schreibweise des Wortes Ja her. Oïl steht für die altfranzösische Variante des oui; oc ist eine Abwandlung des lateinischen Partikels hoc. Das Okzitanische hat auch heute noch zahlreiche Dialekte, die sich in drei Gruppen einteilen lassen: Provenzalisch, Languedokisch und Gaskognisch.

Ihre Blüte erlebte das Okzitanisch im Mittelalter. Dort war sie die Sprache der Troubadoure und beeinflusste die Dichtkunst in ganz Europa zu dieser Zeit. Aber auch im alltäglichen Leben hatte die Sprache einen hohen Stellenwert.

Die Bedeutung des Okzitanischen im Alltag verschwand mit dem Erlass Ludwig XIV., Okzitanisch als Unterrichtssprache an den öffentlichen Schulen abzuschaffen. Mit der Französischen Revolution ab 1789 verlor die Regionalsprache weiter an Bedeutung. Der öffentliche Diskurs wurde auf Französisch geführt, das Bildungswesen wurde zentral von Paris aus organisiert und bediente sich der französischen Sprache.

Okzitanisch Heute

Nach langen Jahrzehnten der Vernachlässigung erlebte das Okzitanisch schließlich ein Comeback. Bereits im 19. Jahrhundert setzten sich Künstler und Intellektuelle für den Erhalt der Sprache ein, indem sie die alten Texte und Lieder studierten. Mitte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts einigte man sich dann auf verbindliche Regeln für die Grammatik der Sprache.

Heute wird Okzitanisch wieder an Universitäten gelehrt und an Schulen als Wahlfach angeboten. Es gibt sogar spezielle zweisprachige Privatschulen, in denen den ganzen Tag Okzitanisch unterrichtet wird. Insgesamt lernen 70.000 französische Schülerinnen und Schüler jährlich Okzitanisch.

Im privaten Umfeld wird die Sprache im Süden Frankreich heute von etwa 2 bis 3 Millionen Menschen gesprochen. Als allgemeine Alltags- und Kommunikationssprache wird sie jedoch in keinem zusammenhängenden Gebiet mehr benutzt. Zudem existiert zwar eine umfassende Schriftsprache, die zum Teil auch im Schulunterricht verwendet wird, allerdings findet diese nicht bei allen Sprechern Anerkennung.

Eine detaillierte Betrachtung der okzitanischen Sprache findet sich auf den Seiten der Universität Freiburg.

Die Website Lexilogos bietet ihrerseits eine sehr umfangreiche Linksammlung zum Occitan und seiner einzelnen Dialekte.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Merde! - Schimpfen und Schmähen auf Französisch

Französisch gilt von jeher als Sprache der Liebe, der Diplomatie und der feinen Gesellschaft. Eine jahrhundertelange Tradition an geschliffenem Ausdruck und das Image einer über Banalitäten erhabenen Sprache eilt dem Französischen voraus. Doch die wortgewandten Franzosen können ihr eindrucksvolles Vokabular auch anders nutzen.

Fast ebenso eloquent wie deftig weiß der Franzose seine Worte als Waffe im verbalen Duell einzusetzen. Selbst trivialste Kraftausdrücke werden in unserem Nachbarland mitunter zur Kunstform erhoben und dem nicht selten verwirrten Gegenüber mehr oder weniger subtil unter die Nase gerieben. Denn ein schöner Klang macht noch lange keinen schönen Kern.

Besonders das Tierreich ist für Streitwillige eine wahre Spielwiese der Inspiration. So sollte sich jemand, der als pigeon, also Taube betitelt wird, nicht allzu sehr über diese tierische Entsprechung freuen – man hält ihn ganz unverblümt für einen leichtgläubigen Deppen. Auch ein poulet, das französische Huhn deutet nicht auf gackerndes Federvieh hin, sondern ist die schlichte Verunglimpfung eines Polizisten. Über charakterliche Parallelen lässt sich in diesem Fall nur spekulieren. Unattraktive Damen hingegen müssen sich als fader thon (Thunfisch) abwerten lassen.

Unter die Gürtellinie geht es bei französischen Verbalattacken natürlich mit Vorliebe. Fast schon altmodisch ritterlich muten die bijoux de famille (Familienjuwelen) und der braquemart (Kurzschwert) an, während die weiblichen lolos und die intime chatte (Kätzchen) eher verniedlichend sind. Wenn dann keum (Männlein) und meuf (Weiblein) aufeinander treffen, sich ausgiebig dem bécoter (Schnabeln) widmen und schließlich voir les feuilles à l’envers (die Baumblätter von unten betrachten), ist es mitunter nur noch eine Frage der Zeit, bis Madame un polichinelle dans le tiroir (einen Kasper in der Schublade) hat.

Für weitere verbale Eskapaden bietet dieses ausführliche und nicht ganz jugendfreie Schimpfwörterbuch eine Fülle französischer Schmähworte.

Das Dictionnaire de la Zone ergründet die französische Umgangssprache der großstädtischen Vororte, inklusive Suchfunktion.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Französisch in den USA: Louisiana

In letzter Zeit ist der US-amerikanische Bundesstaat Louisiana vor allem wegen Wirbelstürmen und Überschwemmungen in die Schlagzeilen geraten. Der Bundesstaat am Golf von Mexiko blickt jedoch auch auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück, in der Frankreich und auch die französische Sprache eine große Rolle spielen.

Bereits 1682 beanspruchten die Franzosen Louisiana und besiedelten es 1699 dauerhaft. Zu Ehren des französische Königs Ludwig XIV. wurde das riesige Gebiet, das vom heutigen Kanada bis zum Golf von Mexiko verlief, auf den Namen Louisiana getauft. In der Folgezeit fielen Teile Louisianas an Spanien, Großbritannien und die USA, um anschließend jedoch wieder unter die Herrschaft Frankreichs zu fallen. Im Jahr 1803 verkaufte Napoleon I. den französischen Anteil für 15 Millionen Dollar an die damals noch jungen Vereinigten Staaten.


Der Einfluss Frankreichs in der Vergangenheit hat Louisiana nachhaltig geprägt. Noch heute hat die französische Sprache in dem Bundesstaat am Mississippi-Delta einen besonderen Stellenwert. Als frankophon werden in Louisiana mehrere Bevölkerungsgruppen bezeichnet. Zur Gruppe der Creoles zählen zum einen die Nachfahren französischer und spanischer Einwanderer sowie Nachkommen der Bewohner der früheren französischen Karibikkolonien.

Die größte Gruppe mit etwa 194 000 Sprechern bilden die Cajuns. Sie sind damit auch die größte französischsprachige Minderheit in den USA. Die Cajuns sind die Nachkommen französischer Kolonisten, die im 18. Jahrhundert aus der ehemaligen kanadischen Provinz Akadien vertrieben wurden. Der von dieser Bevölkerungsgruppe gesprochene französische Dialekt, der Cajun-French oder Français Acadien genannt wird, unterscheidet sich vom Standard-Französisch sowohl im Hinblick auf Grammatik, als auch beim Vokabular und der Aussprache zum Teil erheblich. Aufgrund der englischsprachigen Umgebung und dem mangelnden Sprachunterricht hat sich die Schreibweise des Français Acadien im Laufe der Zeit vermehrt anglisiert. Die Sprache der Cajuns hatte über lange Zeit einen schweren Stand. Bis weit ins 20. Jahrhundert wurden die Sprecher dieses westfranzösischen Dialekts als hinterwäldlerisch verspottet. In Schulen wurde Französisch zu sprechen bis 1974 gar verboten.

Seit 1968 engagiert sich die staatliche Agentur
CODOFIL für den Erhalt und die Förderung der französischen Sprache in Louisiana. So ist das Französische auch bei der jüngeren Generation wieder angekommen.

Einen Artikel bei Spiegel Online zu Cajun Country, Louisiana, finden Sie
hier.

Mittwoch, 24. September 2008

Französisch für Profis Teil II - Der Knoten in der Zunge

Wer nach der Lektüre unseres "Französisch für Profis Teil I" nun gedacht hat, die Eigenarten der französischen Sprache erschöpften sich in amüsant klingenden Schimpfwörtern oder schlicht abstrusen Geheimjargons, der irrt. Auch der Franzose weiß auf jedes Sahnehäubchen noch eine Kirsche zu setzen. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst der Deutschen liebstes Sprachspiel im Französischen eine wahre Kunstform darstellt - Zungenbrecher par excellence!

Das französische Pendant zum deutschen Fischers Fritz sind die scherzhaften Virelangues. Dabei geht es, wie im Deutschen auch, um die möglichst schnelle Aussprache komplizierter und oft sinnfreier Wortkombinationen zur Belustigung der Zuhörer. Französischsprachige Anfänger in der hohen Kunst der stolperfreien Zungenbrecher sollten mit einem einfachen Satz beginnen:
  • Trois fraises fraîches et trois petites pipes fines.
  • (Drei frische Erdbeeren und drei kleine feine Pfeifen.)
Zu simpel? Vielleicht ist der bekannteste französische Virelangue schon eher eine Herausforderung:
  • Un chasseur sachant chasser doit savoir chasser sans son chien.
  • (Ein Jäger, der zu jagen versteht, muss auch ohne seinen Hund jagen können.)
Die Spuckflecken am Bildschirm halten sich immer noch in Grenzen? Keine Sorge, die wahren Meister der französischen Sprache dürfen sich gern an schweißtreibende Satzkonstruktionen wie diese wagen:
  • Un pâtissier qui pâtissait chez un tapissier qui tapissait, dit un jour au tapissier qui tapissait: vaut-il mieux pâtisser chez un tapissier qui tapisse ou tapisser chez un pâtissier qui pâtisse?
  • (Ein Bäcker, der bei einem Tapezierer, der tapezierte, backte, sagt eines Tages zum Tapezierer, der tapezierte: Ist es besser, bei einem Tapezierer, der tapeziert zu backen oder bei einem Bäcker, der bäckt zu tapezieren?)
Gratulation an alle, die diese Zischlautschlange ohne Brummschädel und Knoten in der Zunge bezwungen haben!

Für Liebhaber der Virelangues empfiehlt sich eine Spezialform der Zungenbrecher, die so genannten Trompe-oreilles. Ähnlich komplex wie die Virelangues, sorgen die Trompe-oreilles zusätzlich für akkustische Täuschungen. Einige verdrehen den Sinn des gehörten Satzes:
  • Mon père est maire de Mamère et mon frère est masseur.
  • (Mein Vater ist der Bürgermeister von Mamère und mein Bruder ist Masseur.)
Der Zuhörer versteht:
  • Mon père est mère de ma mère et mon frère est ma soeur.
  • (Mein Vater ist Mutter meiner Mutter und mein Bruder ist meine Schwester.)
Andere Trompe-oreilles erwecken den Eindruck, als ob sie aus einer fremden Sprache stammten:
  • Qu'à bu l'âne au quai? - Au quai, l'âne a bu l'eau.
  • (Was hat der Esel am Kai getrunken? - Am Kai hat der Esel Wasser getrunken.)
  • Si ton tonton tond ton tonton, ton tonton tondu sera.
  • (Wenn dein Onkel deinen Onkel kahl schert, wird dein Onkel kahl geschoren sein.)
Gefallen am virtuosen Sprachspaß gefunden? Zum weiteren Üben der Zungenfertigkeit findet sich ein Fülle von Virelangues und Trompe-oreilles auf dieser und dieser Seite.

Dienstag, 16. September 2008

Französisch für Profis Teil I – Das Argot

Der Weg zur perfekten französischen Aussprache ist gepflastert mit Stolpersteinen. Von der Aneinanderreihung unzähliger Zischlaute über verschluckte Endungen bis hin zu nicht enden wollenden Satzkonstruktionen - Die Tücken der französischen Sprache bringen so manchen Französischschüler gehörig ins Schwitzen. Nicht selten enden da die ersten Gehversuche in der Sprache unserer Nachbarn mit komplettem Lautsalat.

Für fortgeschrittene Frankophile kann die Ausdrucksform mitunter aber gar nicht knifflig genug sein. Unter ihnen erfreut sich eine sprachliche Spielart großer Beliebtheit, die mit dem Schulfranzösisch nur noch wenig zu tun hat. Das Argot, eine slangähnliche Geheimsprache, entwuchs im Mittelalter dem Milieu von Bettlern und Gaunern und wird heute vor allem von Jugendlichen gesprochen. Eine Variante des Argots ist der Metzger-Jargon Louchébem, dessen Ursprung im 19. Jahrhundert liegt. Im Louchébem wird der erste Konsonant eines Wortes ans Ende verschoben, mit einer beliebigen Nachsilbe ergänzt und der Buchstabe L an den Anfang gesetzt. So wird aus dem „monsieur“ der „lesieum“ und aus dem „fou“ der „loufoque“. Die Schreibweise verändert sich dabei oft gemäß der Lautsprache.

Etwas komplexer und variationsreicher als das Louchébem ist hingegen das Verlan. Als Verlan bezeichnet man eine jugendliche Spielsprache die, ähnlich dem Louchébem, die Wortsilben umkehrt und verschiebt. Verlan selbst ist bereits ein Wortdreher vom eigentlichen Begriff „à l’envers“ für rückwärts. Grundlegend gibt es drei Formeln für die Bildung von Verlan:
  • Die einfache Umkehrung: Das Verb „tomber“ wird zu „béton“.
  • Das Hinzufügen von Lauten: Das Schimpfwort „merde“ wird zu „demeur“.
  • Das Weglassen des letzten Vokals: Der „père“ verliert sein è auf dem Weg zum „reup“.
Den sprachlichen Verdrehungen und Nuancen sind beim Verlan kaum Grenzen gesetzt und finden nicht selten Einzug in die Umgangssprache. So werden die maghrebinischen Einwanderer in Frankreich bereits seit den achtziger Jahren mit dem Verlan-Ausdruck der „Beurs“ (von „Arabes“) bezeichnet.

Eine weitere Geheimsprache im Französischen ist das Javanais. Besonders Kinder und jüngere Teenager machen sich einen Spaß daraus, Worte und ganze Unterhaltungen so zu verfremden, dass sie für Außenstehende nicht mehr zu verstehen sind. Dabei wird die Silbe „av“ einfach zwischen Konsonant und Vokal geschoben. So lässt sich herrlich über Eltern, Lehrer und ähnlich nervende Erwachsene lästern! Welcher Pauker merkt schon, dass man ihn für doof hält, wenn er „Lave pravof est bavêtave!“ hört?

Einen pfiffigen Generator ins Javanais gibt es auf dieser Website.
Ein Wörterbuch mit 18 000 Stichworten aus dem Argot findet sich hier.

Mittwoch, 20. August 2008

Französisch – die Sprache der Liebe

Charmant, feinsinnig, zärtlich, romantisch – der französischen Sprache werden viele positive Merkmale zugesprochen. Als „Sprache der Liebe“ wird sie vor allem auch von uns Deutschen bezeichnet. Doch woher kommt diese Redensart? Was macht ein zart geflüstertes „Je t’aime“ um so vieles romantischer als ein schlichtes „Ich liebe dich“ oder das etwas inflationär gebrauchte „I love you“?

Die romantischen Vorstellungen und Assoziationen zur französischen Sprache haben ihren Ursprung unter anderem im 18. und 19. Jahrhundert. In der französischen Literatur war das Zeitalter der Romantik angebrochen und die Schriften der Autoren aus Frankreich erfreuten sich unter Intellektuellen und beim Adel in ganz Europa größter Beliebtheit. Bildungsreisen ins europäische Ausland kamen zu jener Zeit ebenfalls in Mode, die auch meist eine längeren Aufenthalt in Paris beinhalteten. Berichte aus der „Stadt der Lichter“ taten daher ihr Übriges, das Bild des romantischen und eleganten Frankreich ins Ausland zu tragen.

Die französischen Chansons beschworen spätestens seit dem 20. Jahrhundert erneut den Mythos der „Sprache der Liebe“. Wenn Edith Piaf „C’est l’amour“ anstimmt oder Serge Gainsbourg und Jane Birkin "Je t'aime" ins Mikrophon hauchen, bleibt kaum einer ungerührt. Das Chanson wurde zum Inbegriff der Liebe, des Leidens und des Dramas, auch wenn er sich immer wieder politischen Themen zuwendet.

Französisch hört sich für unsere Ohren nicht nur sehr melodiös an - die Franzosen geben sich auch vergleichsweise große Mühe, sich mit höflichen Äußerungen und Komplimenten beim anderen Geschlecht beliebt zu machen. Macht „Mann“ im Deutschen unwirsch auf sich ausbreitende „Fettpölsterchen“ aufmerksam spricht der Franzose galant vom "poignée d'amour", einem "Haltegriff der Liebe". Auch der „Bierbauch“ kommt bei unseren Nachbarn besser weg, er heißt hier "coussin d'amour", das „Kissen der Liebe“.

Ein weiterer Beitrag zum Thema im Internet

Internationale Popgrößen starteten in der Vergangenheit immer wieder Ausflüge in die Sprache der Liebe, zu hören auf dem Sampler „Parlez Vous Pop?“
. Hörproben finden Sie hier.