Donnerstag, 5. November 2009

Aus dem Alltag von EU-Übersetzern (Teil III)

Hier Teil Drei unserer Serie, in der Profi-Übersetzer der EU zu Wort kommen. Die Generaldirektion Übersetzen der Europäischen Kommission ist in vielen europäischen Ländern mit sogenannten „Field Offices“ vertreten. Am Montag berichtete Mariusz Czarnecki, Übersetzer in der Außenstelle Berlin, von seiner Arbeit. Veronika Borakova vom Field Office im slowakischen Bratislava folgte am Mittwoch mit interessanten Einblicke.

Heute erzählt Bengt Samuelsson von der Außenstelle Stockholm in Schweden von seiner abwechslungsreichen Arbeitswoche.
Monday: In the morning, translated a virulent article on the CAP's devastating effects on traditional Swedish pasture lands.
In the afternoon, put into local language a rebuttal from the Spokesperson, saying that the Commission is the guardian of traditional Swedish pasture lands.

Tuesday: Blunt comment from an elderly, elegant upper class lady on the bus, pointing at my blue EU bag with yellow stars, full of propaganda, whoops!, sorry, information material: 'I must say that I strongly dislike the EU!'

Wednesday: Accompanied Commissioner Orban to meeting with the Minister for Education. The Commission's school milk programme wasn't even mentioned!

Thursday: Frustrated gentleman on the phone: 'I have a complaint to the EU, but I don't speak French. Can you help me?'

Friday: Visit to Dalarna University, for presentation of the EU's multilingualism policy. I wonder whether the Chinese students will remember Regulation 1/58 for the rest of their lives.

Mittwoch, 4. November 2009

Creative work - not a dull routine: Aus dem Alltag von EU-Übersetzern (Teil II)

1750 fest angestellte Übersetzer und 600 weitere Mitarbeiter: Die EU betreibt einigen Aufwand, um der Sprachenvielfalt in der Union gerecht zu werden. Die Generaldirektion Übersetzen der Europäischen Kommission beschäftigt nicht nur Sprachtalente in Luxemburg und Brüssel. In zahlreichen europäischen Ländern stehen in sogenannten „Field Offices“ Profi-Übersetzer für EU-Angelegenheiten zur Verfügung. Am Montag berichtete bereits Mariusz Czarnecki, Übersetzer in der Außenstelle Berlin, von seiner Arbeit.

Heute erfahren wir von Veronika Borakova vom Field Office im slowakischen Bratislava, dass Sie als EU-Übersetzerin einiges mehr zu tun hat, als am Schreibtisch gebeugt über Texten zu brüten.
"Welcome to my office. I do feel comfy here, with all my little souvenirs and postcards on the shelves, and sticky notes and fresh printouts in a well organised mess at the side desk. A loud noise from the busy street crashes in through the windows. My violet plant is already half-dead and reminds me that I should be thinking about my own shabby drinking regime too…

It is a rainy morning. My computer seems to be sleepy too. Euramis has not waken up yet either. And what is worse, this translation is going way too slow. Mallard, gadwal, granary... I would have never thought that the Danube basin had so many species of duck! I hope I will manage to find all these funny names in Slovak! 'It's a tough job, but somebody has to do it!' says Homer Simpson on the wall, eating a greasy donut (the drawing is gift from my little boy). No, the Field Officer does not have the Simpson's layabout attitude. So glad I have finally managed to name all the poor birds!

This work, however, is nothing like a dull routine. Just skip through my latest agenda: I met talented language students in East Slovakia the other day, and the plan for today, after translating the press release, is to check the state of play with the new conference on Slavic languages and then draft a media briefing on the Juvenes Translatores contest organised by DG Translation in the secondary schools. And on the top of all this, the final details of the European Day of Languages celebrations should be agreed in the afternoon at a meeting with foreign language and cultural institutes. No, the day is not over yet. The Representation's Press officer calls for an urgent translation of an article for a Slovak newspaper!"

Montag, 2. November 2009

Viel mehr als nur Textarbeit – Aus dem Alltag von EU-Übersetzern (Teil I)

In 23 Amtssprachen wird in der EU kommuniziert, der Bedarf an Übersetzern in der Gemeinschaft ist immens. Mit rund 1750 fest angestellten Übersetzern und 600 weiteren Mitarbeitern ist die Generaldirektion Übersetzen der Europäischen Kommission einer der größten Übersetzungsdienste weltweit. Die schriftliche Übertragung von Gesetzen, Berichten, Pressetexten und Korrespondenzen, Beratungsdienste für andere Kommissionsstellen oder die Entwicklung und Pflege technischer Übersetzungshilfen – das Aufgabengebiet der EU-Übersetzer ist umfangreich und vielfältig.

Neben ihren Büros in Brüssel und Luxemburg ist die Generaldirektion auch in anderen EU-Ländern, in den Außenstellen der Kommission, vertreten. Aus diesen sogenannten „Field Offices“ berichten in dieser Woche Übersetzer hautnah von ihrer alltäglichen Arbeit. Den Anfang macht Mariusz Czarnecki, Übersetzer in der Außenstelle in Berlin. Er übersetzt nicht nur tagtäglich Texte für die Kommission, er möchte auch das Thema Mehrsprachigkeit seinen Mitbürgern in der EU näher bringen.
"Four months in the Field Office in Berlin and over 4 years in DGT… and my enthusiasm for languages has never been greater! Languages have always fascinated me. As a child I tried to learn foreign words struggling to repeat the lyrics of songs I heard on the radio. Now I am struggling to spread the message about multilingualism and translation in Germany.

How does my daily work look like?

-Mariusz, Brussels calling. Would you please adapt and disseminate information about the translation contest Juvenes Translatores? It is very important! No doubt it is…
-Mariusz? Katrin from the press service speaking: we have an article written by one of the Commissioners here. It needs to be translated. It is pretty urgent. Could you please…? Of course I can…
-Dear Mr Czarnecki, I am Chinese speaking 8 languages, my mother tongue being German, and I live in Croatia now. I would like to work for the translation service of the Commission. How can I do that? I will be happy to send you all the necessary information and to answer all your questions!
-Mariusz, don’t forget your presentation at the university next week! Let’s hope I won’t…
-Dear Mariusz, thank you for the conversation. I liked your voice on the phone very much. May I call you again please?"

Freitag, 30. Oktober 2009

Lesetipp: Wie Internet und Werkzeuge bei Übersetzungen helfen können

Maschinen können den Menschen als Übersetzer nicht ersetzen: Google hat die Internetnutzer dazu aufgerufen, von Google Translate übersetzte Texte nachzubessern. Damit gesteht der Internetriese ein, dass selbst die von ihm eingesetzten verbesserten maschinellen Übersetzungsinstrumente keine befriedigenden Ergebnisse erbringen. Technische Anleitungen oder Werbetexte gehören allerdings nach wie vor in die Hand von Profiübersetzern, da kann keine Maschine mithalten.

Wer im Internet Wörter oder Wendungen in den Sprachrichtungen Englisch-Deutsch oder Deutsch-Englisch nachschlagen möchte, kann seit April 2009 eine neue Informationsquelle nutzen. Unter www.linguee.de wird das gesuchte Wort und das vermutete Pendant gleich in mehreren Texten angezeigt. Mit diesem Kontext lässt sich leichter beurteilen, ob eine angebotene Übersetzung für die eigenen Zwecke geeignet ist.

Für Übersetzer und auch Dolmetscher werden elektronische Arbeitswerkzeuge immer wichtiger. Sogenannte Translation-Memory-Systeme sind wie ein riesiges Gedächtnis, das alle einmal übersetzten Wörter, Sätze und Texte speichert. Kommt ein Satz in einem neuen Text in identischer oder ähnlicher Form wieder vor, macht das System einen Übersetzungsvorschlag.

Wenn Sie mehr über diese Themen wissen wollen: Die auflagenstärkste Fachzeitschrift für Dolmetscher und Übersetzer im deutschsprachigen Raum berichtet darüber im MDÜ 4/2009. Die Zeitschrift wird vom Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ) herausgegeben: www.mdue.bdue.de

Dienstag, 27. Oktober 2009

Literarisches Übersetzen: Ein langer Weg zum Traumberuf

Wer das Übersetzen von Texten zum Beruf machen will, dem stehen verschiedene Bereiche offen. Einen ganz besonderen Reiz übt auf viele das literarische Übersetzen aus, also die Übertragung von Romanen, Gedichten oder Theaterstücken in eine andere Sprache. Doch auf dem Weg zum Literaturübersetzer sind einige Hürden zu meistern.

„Die Hauptschwierigkeit liegt zunächst darin, dass es keinen festen Ausbildungsweg gibt“, meint Ulrich Thiele. Ulrich ist Absolvent des Aufbaustudiengangs „Literarische Übersetzung aus dem Englischen“ an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er arbeitet jetzt als freier Literaturübersetzer und steckt momentan mitten in seinem zweiten Auftrag: Für einen Verlag überträgt er ein Buch aus dem Englischen ins Deutsche.

Wie die Bezeichnung „Übersetzer“ ist auch die Spezialisierung „Literaturübersetzer“ keine geschützte Berufsbezeichnung, grundsätzlich kann sich jeder so nennen. Ulrich hat einen eher traditionellen Weg zu seinem Traumberuf gewählt. Vor seinem Aufbaustudiengang zum Literaturübersetzer hat er ein Studium der Germanistik abgeschlossen.

Einer der Dozenten des Münchner Aufbaustudiengangs ist Rudolf Hermstein. Seit mehr als 35 Jahren übersetzt er englische Bellestristik und Sachbücher ins Deutsche und hat 2009 den renommierten Münchner Übersetzerpreis erhalten. Literaturübersetzer zu sein, so Hermstein, heißt weit mehr als nur konzentriertes Arbeiten am Schreibtisch. „Neben der eigentlichen Übersetzungsarbeit gehören auch Recherchen, Bibliotheksbesuche, Akquise von Aufträgen, Verhandlungen mit Verlagen, Korrekturlesen, Auslandsreisen und Teilnahme an Seminaren zum Berufsbild“.

Sich als Übersetzer selbstständig zu machen ist jedoch alles andere als einfach. „Vorteilhaft sind natürlich persönliche Verbindungen zu Verlagen. Wer noch keine hat, kann sie sich beispielsweise durch ein Praktikum erarbeiten,“ meint Ulrich. Auch sein ehemaliger Dozent Rudolf Hermstein betont: „Vom Studium direkt in die Selbstständigkeit – das trifft für die meisten professionellen Literaturübersetzer nicht zu. Viele haben erst in anderen Berufen gearbeitet.“

Und wie sieht die Arbeit aus? Berufsanfänger Ulrich gibt einen Einblick. Nachdem der Vertrag mit dem Verlag abgeschlossen ist und damit Bezahlung und Abgabetermin geregelt sind, ist der Übersetzer erst einmal „mehr oder weniger auf sich allein gestellt“, berichtet er. „Mit Wörterbüchern und verschiedensten Recherchemitteln wühlt man sich dann durch den Text. Bei problematischen Stellen kann man sich natürlich auch mit dem Lektor verständigen.“ Ist das Werk schließlich vollbracht, wird es vom Verlagslektor oder einem freiberuflichen Lektor redigiert. „Die Hürden, die beim Übersetzen zu nehmen sind, unterscheiden sich von Buch zu Buch. Aber das Grundproblem lautet wohl immer: den Stil des Autors zu bewahren und die Atmosphäre des Originals in der eigenen Sprache nachzubilden.“

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Auf diplomatischem Parkett: Übersetzen und Dolmetschen beim Auswärtigen Amt

Als Sprachtalent in die Politik? Kaum ein Bereich hat mehr mit Fremdsprachen zu tun als die Außenpolitik. Gerade hier ist es unumgänglich, akkurat und fehlerfrei zu dolmetschen und zu übersetzen. In Deutschland ist der Sprachendienst des Auswärtigen Amts für alle fremdsprachlichen Aufgaben im Rahmen der Außenpolitik zuständig. Antonio Reda, Leiter des Sprachendienstes, erläutert im Interview die Aufgaben seiner Mitarbeiter und Einstiegschancen für angehende Übersetzer und Dolmetscher.

Welche Aufgaben hat der Sprachendienst des Auswärtigen Amts?

Der Sprachendienst des Auswärtigen Amts übersetzt und dolmetscht nicht nur für das eigene Haus, sondern ist – ähnlich wie das Protokoll – gleichzeitig für das Bundeskanzleramt und das Bundespräsidialamt zuständig. Diese historisch gewachsene übergreifende Aufgabenstellung ist insofern sinnvoll, als außenpolitische Themen in allen drei Häusern im Mittelpunkt der internationalen Kommunikation stehen.

Am Arbeitsplatz eines Übersetzers fallen Texte unterschiedlichster Art an: Von Reden, Interviews und Website-Beiträgen über Verträge bis hin zu Lebensläufen, Besuchsprogrammen und Menüs für offizielle Essen gibt es kaum eine Textsorte, mit der man nicht in Berührung kommt. Dolmetscher gewährleisten die mündliche Kommunikation bei Gesprächen, Verhandlungen und Konferenzen im In- und Ausland.

Was sind die ersten Schritte für eine erfolgreiche Bewerbung beim Sprachendienst? Wie groß ist momentan Ihr Bedarf an Nachwuchs im Bereich Dolmetschen und Übersetzen?

Auf der Webseite des Auswärtigen Amtes sind die entsprechenden Stellen ausgeschrieben, von Initiativbewerbung ist deshalb abzusehen. Der Personalbedarf ist gewissen Schwankungen unterworfen, aber im Durchschnitt werden jährlich 15 bis 20 Übersetzer- und Dolmetscherstellen im In- und Ausland ausgeschrieben. Bei den meisten Dienstposten handelt es sich um so genannte „Ortskraftstellen“, die zu ortsüblichen Konditionen an den deutschen Auslandsvertretungen zu besetzen sind.

Welche Ausbildung sollte man als Dolmetscher oder Übersetzer beim Sprachendienst beim AA mitbringen?

Das Gros der im Auswärtigen Amt beschäftigten Dolmetscher, Übersetzer und Terminologen hat einen einschlägigen Diplomstudiengang an einer wissenschaftlichen Hochschule absolviert. In Deutschland konnte man einen solchen Abschluss bislang an der HU Berlin, in Heidelberg, Hildesheim, Leipzig, Mainz-Germersheim und Saarbrücken erwerben. Als gleichwertig gelten vergleichbare Studienabschlüsse an ausländischen Universitäten wie Genf, Paris, Triest, Edinburgh oder Monterey. Wer sich für ein Übersetzer- oder Dolmetscherstudium in einem Bologna-Studiengang entschieden hat, benötigt für eine Bewerbung beim Sprachendienst des Auswärtigen Amts einen Master-Abschluss.

Eingestellt werden überwiegend jüngere Bewerber mit etwas Berufserfahrung. Jedoch werden für manche Aufgaben, z.B. Überprüfertätigkeiten, gezielt besonders erfahrene ältere Bewerber gesucht. Der ideale Mitarbeiter sollte neben einer stilsicheren Beherrschung seiner Muttersprache gute aktive Kenntnisse in der ersten Fremdsprache, intellektuelle Neugier, ein ausgeprägtes Interesse an politischen Zusammenhängen und eine fundierte Allgemeinbildung mitbringen.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Dolmetschers beim Auswärtigen Amt aus? Wie der eines Übersetzers?

Die meisten Dolmetscher im Auswärtigen Amt sind gleichzeitig als Übersetzer tätig. Daher wechseln bei ihnen Dolmetscheinsätze mit Übersetzungs- und Überprüfungsaufgaben. Die gezielte Vorbereitung des Dolmetschers auf einen konkreten Einsatz besteht im Wesentlichen aus dem Studium von Unterlagen und der Erstellung themenbezogener Terminologielisten. Für terminologische Recherchen stehen neben Internetquellen und sonstigen Unterlagen interne Datenbanken zur Verfügung. Die Arbeitszeiten der Dolmetscher sind sehr unregelmäßig und reichen häufig in die späten Abendstunden oder ins Wochenende hinein. Anders als Übersetzer müssen Dolmetscher sehr viel reisen.

Wer ausschließlich als Übersetzer tätig ist, hat in der Regel eine gleichmäßigere Auslastung. Das gilt vor allem in den besonders stark nachgefragten Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch, bei denen aus organisatorischen Gründen eine durchgehende Trennung zwischen Dolmetschen und Übersetzen praktiziert wird. Übersetzen ist eine ausgesprochene Teamarbeit. Neben dem Übersetzer selbst sind das Übersetzungssekretariat, die Einsatzleitung des Übersetzungsdienstes, Überprüfer, Fremdsprachenassistenten und häufig auch Terminologen in den Arbeitsprozess eingebunden.

Von Übersetzern und Dolmetschern im Auswärtigen Amt wird erwartet, dass sie über das internationale politische Geschehen und über wichtige Vorgänge im jeweiligen Sprachraum gut informiert sind. Daher gehört tägliche Zeitungslektüre in den betreffenden Arbeitssprachen zum normalen Tagesprogramm. Eine besondere Herausforderung ist die Vielfalt der Texte und Themen, mit denen Übersetzer und Dolmetscher im Auswärtigen Amt konfrontiert sind. Dadurch bleibt die Arbeit immer spannend und man hat das Gefühl, ständig am Puls der Zeit zu sein.

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Traumjob Dolmetscher: „In jedem Auftrag steckt eine neue Herausforderung“

Was zeichnet einen Profi-Dolmetscher besonders aus? Was macht den Beruf so interessant? Lilian-Astrid Geese arbeitet als freie Konferenzdolmetscherin und Übersetzerin in Berlin und kann auf viele Jahre Erfahrung zurückblicken. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Bereich Kunst und Kultur. Im Interview gibt sie spannende Einblicke in ihren Berufsalltag und wichtige Tipps für angehende Dolmetscher. Die Website von Lilian-Astrid Geese mit weiteren Informationen zur Person und ihrem Portfolio ist unter www.comunicada.de zu finden.

Wie sind Sie zum Dolmetschen gekommen und wie sah Ihre Ausbildung aus?

Durch mein Interesse an Sprachen, Kulturen und Kommunikation bin ich auf den Dolmetscher- und Übersetzerberuf gekommen. Zudem hatte ich eine Großmutter in Amerika, und mein Großvater war selbst als Dolmetscher in Frankreich tätig. Studiert habe ich an der Universität Mainz am Fachbereich Angewandte Sprachwissenschaften in Germersheim. Heute arbeite ich als freie Übersetzerin und Dolmetscherin für Englisch, Französisch und Spanisch in Berlin, vor allem in den Bereichen Kunst, Kultur, Literatur, Film, Theater, Architektur, Mode und Design. Außerdem schreibe ich Rezensionen und Filmkritiken.

Was macht Ihnen an meisten Spaß an Ihrem Beruf?

Die Möglichkeit der Begegnung mit vielen Menschen, das Interkulturelle, Abwechslung und lebenslanges Lernen. In jedem Auftrag steckt eine neue Herausforderung. Ich beschäftige mich mit den verschiedensten Themen und erschließe gerne neue Arbeitsfelder.

Ich freue mich über Anerkennung und Dank der Zuhörer und Auftraggeber. Mit den Jahren entwickelt man Kompetenz und auch Routine, die das Leben in der Kabine oder mit dem Notizblock in der Hand entspannter machen. Sich Einlassen auf Neues ist dabei ebenso erfüllend wie das Erschließen von Bedeutung in den Worten anderer, die man wieder anderen vermittelt.

Wie steht es um notorische „Schnellsprecher“, Menschen mit undeutlicher Aussprache oder starken Akzent, die einem das Dolmetschen erschweren? Was macht man in einem solchen Fall?

Bei Schnellsprechern gilt es, die Nerven zu behalten und nicht zu vergessen, dass die Zuhörer beim Simultandolmetschen das Gesprochene verstehen wollen. In solchen Fällen muss man kondensieren und bewusst ruhig bleiben. Hier zahlt sich die sorgfältige Vorbereitung auf den Auftrag aus. Wenn man das Rede-Manuskript gelesen hat und kennt, das im ICE-Tempo runter gerasselt wird, ist die Chance selbst einen verständlichen Vortrag in der anderen Sprache zu bieten, weitaus größer als wenn man zum ersten Mal mit einer speziellen Thematik oder Terminologie konfrontiert wird.

Was Akzente angeht, da hört man sich ein. Seine Arbeitssprachen sollte man natürlich in so vielen Varianten wie möglich kennen, und zwar global, wie beispielsweise lateinamerikanische Versionen des Spanischen oder das Französisch der verschiedenen frankophonen Staaten Afrikas, Kanadas, Belgiens oder der Schweiz. Natürlich liegen einem die Akzente der Länder, in denen man gelebt hat oder die einem im Laufe der Karriere immer wieder begegnen, mehr. Und wenn einen doch mal ein Akzept so schafft, dass man wirklich kaum noch folgen kann, dann hilft Intuition, Routine und – wiederum - die gründliche Vorbereitung aufs Thema.

An welches berufliche Erlebnis denken Sie besonders gerne zurück?

So manch späte Stunde auf einer Bühne mit großartigen Künstlern, von denen ich so viele kennengelernt habe, dass ich kaum eine Auswahl treffen mag. Ein fantastischer Abend mit Nelson Mandela. Eine würdige Preisverleihung an Harold Pinter. Ein spannendes Gespräch zwischen Günther Grass und Salman Rushdie. Eine temperamentvolle Runde mit Isabel Allende. Hochinteressante Führungen bei der documenta. Glamour bei den Pressekonferenzen der Berlinale. Die Liste ist lang.

Was ist Ihr ganz persönlicher Tipp an diejenigen, die Dolmetscher oder Übersetzer werden wollen?

Man sollte vorher genau prüfen, ob einen nur die Sprachen interessieren oder ob man sich beruflich auf die Position eines Vermittlers orientieren möchte. In diesem Beruf lernt man nie aus, ist vermutlich nie perfekt, muss aber Perfektion immer anstreben.

Dolmetscher und Übersetzer sind meist zusätzlich auch Unternehmer, Manager und Promoter, denn dies ist ein freier Beruf. Der Markt ist zudem begrenzt und die Konkurrenz riesig, man kann es nur schaffen, wenn man wirklich professionell ist. Längere oder häufige Auslandsaufenthalte sind eine gute Sache. Außerdem empfehle ich eine solide übersetzerische oder dolmetscherische Ausbildung, am besten ein Studium. Schließlich gilt es neben der perfekten Beherrschung der Mutter- und Arbeitssprache einige Zusatzqualifikationen zu erwerben.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Übersetzen aus einer anderen Perspektive: In England Deutsch studieren


Becci ist 24 und studiert im Masterstudiengang Übersetzung an der Universität Leeds in England. Auf die Idee kam sie durch ein Bachelorstudium in Deutsch und Spanisch, bei dem auch Übersetzung ein Thema war. Becci hat so viel Gefallen daran gefunden, dass sie nun die deutsche Sprache aus Sicht des Übersetzers genauer unter die Lupe nimmt.

Besonders Spaß macht ihr dabei die Vielfalt der Texte, die einem als Übersetzer unterkommen können, von technischen Dokumentationen, über Richtlinientexte bis hin zu literarischen Werken. „Gerne recherchiere ich zu einem bestimmten Thema und mache mich mit neuen Vokabeln vertraut“ meint Becci, „je interessanter und spannender das Thema des Textes umso besser.“

Dabei geht es bei Ihrem Studium nicht nur um das praktische Übersetzen. Ein Schwerpunkt bilden theoretische Fragen zum Thema und verschieden Teilbereiche wie Untertitelung. Außerdem lernen angehende Übersetzer, mit technischen Hilfsmitteln und spezieller Software umzugehen, wie „Translation Memory Systems“.

Einen Faible für die deutsche Sprache hatte Becci zwar schon immer. Das Übersetzerstudium stellt sie jedoch immer wieder vor Herausforderungen. „Die deutsche Sprache hat auf jeden Fall ihre Stolpersteine. Zum Bespiel die Artikel der, die, das sind manchmal schwierig. Die englische Sprache hat nur“the”. Und das reicht meiner Meinung nach auch.“

Für die Zeit nach ihrem Studium hat Becci schon genaue Vorstellungen. „Mein Traum ist es, später irgendwo in Deutschland zu arbeiten. Am liebsten würde ich die Bereiche Film-Untertitelung und „normaler” Übersetzerarbeit kombinieren. Und dabei natürlich gutes Geld verdienen!“

Auch Deutsche können an der University of Leeds einen Masterstudiengang belegen. Infos dazu finden sich auf den Seiten der School of Modern Languages and Cultures unter www.leeds.ac.uk/cts und unter www.leeds.ac.uk/international

Donnerstag, 1. Oktober 2009

Traumberuf Konferenzdolmetscher Teil II – Arbeitsalltag und Karrierechancen

Dolmetschen ist nicht gleich Dolmetschen. Welche verschiedenen Formen es beim Konferenzdolmetschen gibt, in welchem Bereich der Konferenzdolmetscher gebraucht wird und wie viel man dabei verdienen kann, erläutern Aleksandra Kwasnik und Andrea Wilming vom Verband der Konferenzdolmetscher (VKD im BDÜ) im Interview. Mehr über Ausbildung und Berufsbild finden Sie im ersten Teil des Beitrags.

Welche Arten des Dolmetschens gibt es?

Generell unterscheidet man zwischen zeitversetztem Dolmetschen (konsekutiv) und zeitgleichem Dolmetschen (simultan). Beim Konsekutivdolmetschen werden Redeabschnitte von bis zu 20 Minuten direkt im Anschluss an die Originalrede wiedergegeben. Hierbei steht der Dolmetscher direkt neben dem Redner und ist in seiner Funktion für alle Beteiligten sichtbar.

Beim Simultandolmetschen erfolgt die Wiedergabe mit wenigen Sekunden Zeitverzögerung. Die Dolmetscher sitzen hierbei in Zweier- oder Dreierteams in einer schalldichten Kabine, empfangen den Originalton über Kopfhörer und sprechen die Verdolmetschung in ein Mikrophon. Sie bleiben im Hintergrund, ihre Stimmen erreichen die Zuhörer über Kopfhörer. Das Simultandolmetschen macht häufig den größten Anteil der Arbeit eines Dolmetschers aus.

Als Sonderform des Simultandolmetschens ist noch das Flüsterdolmetschen zu nennen. Hierbei sitzt oder steht der Dolmetscher hinter oder neben der Person, für die gedolmetscht wird, und flüstert dieser die Verdolmetschung der Redebeiträge zu. Wie beim Simultandolmetschen wird mit mindestens zwei Dolmetschern gearbeitet – und das für höchstens ein bis zwei Zuhörer. Eine Sonderform des Konsekutivdolmetschens ist das Gesprächsdolmetschen, bei dem kürzere Textpassagen in Gesprächssituationen zeitversetzt und abschnittsweise in eine andere Sprache übertragen werden.

In welchen Branchen können Konferenzdolmetscher arbeiten?

Dolmetscher werden überall dort gebraucht, wo internationale Kommunikation stattfindet, wo also Sprach- und Kulturräume zusammenkommen. Dies beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Branche, ebenso wenig beschränkt sich die Arbeit von Konferenzdolmetschern auf Konferenzen: Die Bezeichnung „Konferenzdolmetscher“ beschreibt einen ausgebildeten Dolmetscher, der sämtliche Dolmetschtechniken sicher beherrscht.

Konferenzdolmetscher findet man auf mehrsprachigen Fachkonferenzen, Verhandlungen und Vorträgen, Gremiensitzungen, Staatsbesuchen, Radio- und Fernsehsendungen mit ausländischen Gästen, Stadtbesichtigungen, technischen Schulungen, Fortbildungen, Podiumsdiskussionen oder Lesungen, um nur einige zu nennen.

Sind Konferenzdolmetscher in der Regel Freiberufler oder fest angestellt? Was sind die Verdienstmöglichkeiten?

Der größte Arbeitgeber für Simultandolmetscher mit Muttersprache Deutsch ist der SCIC, der Dolmetschdienst der Europäischen Kommission, bei dem insgesamt 60 fest angestellte und 267 freiberufliche Konferenzdolmetscher mit der Muttersprache Deutsch arbeiten.

Eine Festanstellung ist für Konferenzdolmetscher die Ausnahme und findet sich in Deutschland hauptsächlich bei Ministerien und Bundesbehörden, jedoch kaum noch in der freien Wirtschaft. Gemessen am Volumen (Dolmetschtage) ist der freie Markt der weitaus größere Arbeitgeber.

Das Tageshonorar von freiberuflich arbeitenden Konferenzdolmetschern in Deutschland liegt bei etwa 750-900 Euro (abgedeckt sind hiervon die fachliche Einarbeitung in das Thema, die auftragsunabhängigen Kosten uvm.). Das Honorar eines verbeamteten Berufseinsteigers bei den Dolmetschdiensten der Europäischen Kommission oder des Europäischen Parlaments liegt bei etwa 4.000 Euro im Monat.

Englisch scheint vor allem in der Wirtschaft zum absoluten Muss geworden zu sein. Werden Dolmetscher auf lange Sicht nicht immer weniger gebraucht?

Der Beruf des Dolmetschers ist nicht vom Aussterben bedroht. In bestimmten Situationen bestehen gerade diejenigen Personen, die sehr gut Englisch können, auf der Zusammenarbeit mit Konferenzdolmetschern. Konferenzdolmetscher werden weiterhin überall dort zum Zuge kommen, wo Fingerspitzengefühl und Sachgenauigkeit gefragt sind, etwa bei schwierigen Vertragsverhandlungen, Fusionen oder Zeugenvernehmungen, aber auch bei publikumswirksamen Veranstaltungen, wie etwa Standorteröffnungen oder Produktneuvorstellungen. Generell ist es begrüßenswert, wenn die Kommunikation auch so funktioniert, aber gerade die Kommunikation in einer Fremdsprache und -kultur birgt so manche Schwierigkeit oder diplomatische „Fallen“, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind.

So erkennen immer mehr Unternehmen, dass interne und externe Kommunikation unter einer mehr oder minder gut beherrschten Lingua Franca wie Englisch eher leidet, als dass die Beteiligten hiervon profitieren. Auf Führungsebenen setzt sich deshalb inzwischen immer mehr die Überzeugung durch, dass nur hochwertige professionelle Dolmetschdienstleistungen wirklich reibungslose Kommunikation gewährleisten. Internationale Organisationen wie die Europäische Union gehen hier seit Jahren mit leuchtendem Beispiel voran.

Was ist Ihr ganz persönlicher Tipp an diejenigen, die Dolmetscher oder Übersetzer werden wollen?

Machen Sie auf jeden Fall einen Hochschulabschluss im Fach Dolmetschen (z. B. M.A. Konferenzdolmetschen), pflegen Sie Ihre Muttersprache, seien Sie überdurchschnittlich sicher in Ihren Fremdsprachen und gehen Sie einige Zeit ins Ausland, um dort auch die Kultur zu Ihren Arbeitssprachen „am eigenen Leibe“ zu erfahren.

Dienstag, 29. September 2009

Traumberuf Konferenzdolmetscher – Expertentipps für den Start

Was sollte man mitbringen, um ein guter Konferenzdolmetscher zu werden? Was muss man studieren? Welche Möglichkeiten und Chancen hat man im Berufsleben, wie sieht der Arbeitsalltag aus?

Aleksandra Kwasnik und Andrea Wilming vom Verband der Konferenzdolmetscher (VKD im BDÜ) erläutern für den Expolingua-Blog alles Wichtige für angehende Konferenzdolmetscher. Im ersten Teil erklären die Expertinnen Grundsätzliches zum Berufsbild und wie der Weg zum Konferenzdolmetscher aussehen kann.


Wer sich für den Beruf des Konferenzdolmetschers entscheidet sollte, laut Aleksandra Kwasnik und Andrea Wilming, zunächst sehr gute Kenntnisse der Muttersprache und mindestens einer weiteren Sprache mitbringen. Wichtige Eigenschaften für das spätere Berufsleben sind aber auch Nervenstärke, Flexibilität und Durchhaltevermögen, geistige Beweglichkeit, Reaktionsschnelle, eine hohe Konzentrationsfähigkeit und gute Auffassungsgabe. Dolmetscher lernen nie aus, die Bereitschaft sich ständig weiterzubilden ist ebenfalls eine Grundvoraussetzung.

Doch wie wird man Konferenzdolmetscher? Der klassische Ausbildungsweg ist ein Hochschulstudium (eine Übersicht mit Studienorten finden Sie hier). Der frühere Abschluss ‚Diplom-Dolmetschen’ ist inzwischen flächendeckend von den Abschlüssen ‚M. A. Konferenzdolmetschen’ bzw. ‚Master of Arts in Conference Interpreting’ abgelöst worden. Eignungstest müssen an fast allen deutschen Hochschulen absolviert werden und das Studium dauert etwa 10 Semester. Auslandsaufenthalte sind dabei erwünscht und gefördert.

Viele Studenten brechen das Dolmetschstudium ab, weil sie Studieninhalte wie in der Romanistik oder Anglistik erwarten. Im Studium wird man jedoch primär mit den verschiedenen Techniken des Dolmetschens vertraut gemacht und trainiert diese, ähnlich wie ein Leistungssportler seine Fähigkeiten trainiert. Grammatikkurse sind zwar ebenfalls dabei, Sprach- und Kulturkenntnisse sollten die Studenten aber bereits mitbringen und sich selbständig und kontinuierlich auf den neuesten Stand halten.

Wie viele Sprachen ein Dolmetscher beherrscht, lässt sich nicht verallgemeinern. Wer an einer deutschen Hochschule einen Abschluss im Fach Dolmetschen macht, meistert in der Regel eine A-, eine B- und eine C-Sprache.
Beim Dolmetschen wird zwischen aktiven und passiven Sprachen unterschieden. Zu den aktiven Sprachen (= Sprachen, aus denen und in die ein Dolmetscher dolmetscht) zählen die sog. A-Sprache (Muttersprache) und die sog. B-Sprache (eine Fremdsprache, die der Dolmetscher quasi auf Muttersprachler-Niveau beherrscht). Unter einer passiven Sprache, die auch als C-Sprache bezeichnet wird, versteht man eine Sprache, aus der ein Konferenzdolmetscher dolmetscht, ohne aktiv in diese Sprache zu dolmetschen.
Mit wie vielen Sprachen ein Dolmetscher arbeitet hängt letztlich ganz von dem jeweiligen Dolmetscher, seinem Wirkungsort und seinen Einsatzgebieten ab. Die beiden Expertinnen vom Verband der Konferenzdolmetscher dazu: „In den deutschen Simultankabinen bei der Europäischen Union arbeiten die Dolmetscher aus ihren drei, vier, fünf oder mehr C-Sprachen ausschließlich in ihre A-Sprache, das heißt ins Deutsche. Auf dem freien Markt in Deutschland dagegen wird eine Kabine in der Mehrheit der Fälle mit zwei oder drei Dolmetschern besetzt sein, die zwischen A- und B-Sprachen hin und her dolmetschen.“
Der Verband der Konferenzdolmetscher im Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. besteht seit 2003 und vertritt die Interessen seiner Mitglieder und ganz allgemein des Berufsstandes der Konferenzdolmetscher, insbesondere in Deutschland gegenüber nationalen und internationalen Organisationen, Behörden, Körperschaften, Regierungen, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Er zählt derzeit über 350 Mitglieder (davon ca. 2/3 Vollmitglieder und ca. 1/3 Anwärter).

VKD im BDÜ im Internet: www.vkd.bdue.de
Im zweiten Teil, der in wenigen Tagen auf diesem Blog erscheinen wird, berichten Aleksandra Kwasnik und Andrea Wilming über den Arbeitsalltag eines Konferenzdolmetschers.

Mittwoch, 23. September 2009

Wie werde ich Dolmetscher oder Übersetzer?

Wer seine Sprachbegeisterung zum Beruf machen möchte, dem bietet eine Karriere als Dolmetscher oder Übersetzer spannende Möglichkeiten.

In Deutschland sind die Berufsbezeichnungen „Dolmetscher“ und „Übersetzer“ nicht gesetzlich geschützt. Dementsprechend vielfältig sind die Bildungs- und Karrierewege, auch Quereinsteiger sind bei diesen Sprachberufen nicht unüblich. Einige deutsche Universitäten bieten jedoch Bachelor- und Masterstudiengänge speziell für angehende Dolmetscher und Übersetzer an; diese sind je nach Universität jedoch recht unterschiedlich gestaltet.

Manche Hochschulen verlangen zudem von Studienbewerbern Nachweise über Sprachkenntnisse, andere halten sogenannte Eignungsfeststellungsprüfung. Formale Zulassungsbeschränkungen für grundständige Studiengänge gibt es aber nicht überall. So hat die Universität Heidelberg momentan keine Beschränkungen für den B.A. Übersetzungswissenschaft. Eine große Affinität zu Sprachen ist aber in jedem Fall empfehlenswert, idealerweise sind bereits zu Beginn des Studiums gute Kenntnisse in zwei modernen Fremdsprachen vorhanden.

Hier finden Sie eine Auswahl von renommierten und beliebten Hochschulen mit Studienangeboten speziell für Dolmetscher und Übersetzer:

Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Literaturübersetzer
www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/lue

Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg, Seminar für Übersetzen und Dolmetschen
www.uni-heidelberg.de/fakultaeten/neuphil/iask/sued/studium/studium.html

Fachhochschule Köln, Institut für Translation und Mehrsprachige Kommunikation
www.f03.fh-koeln.de/fakultaet/itmk

Universität Leipzig, Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie
www.uni-leipzig.de/~ialt/JOOMLA/

Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaften in Germersheim
www.fask.uni-mainz.de

Sprachen und Dolmetscher Institut München (SDI)
www.sdi-muenchen.de

Universität des Saarlandes, Angewandte Sprachwissenschaft sowie Übersetzen und Dolmetschen
fr46.uni-saarland.de

Umfangreiches Informationsmaterial über Ausbildungswege und Berufsbilder von Dolmetschern und Übersetzern sowie Links zu weiteren Universitäten und Fachhochschulen sind auf den Internetseiten des Bundesverbands für Dolmetscher und Übersetzer, BDÜ zu finden: www.bdue.de

Eine Übersicht über Studienmöglichkeiten im Bereich Übersetzen bietet das Internetangebote studieren.de. Unter dem Oberbegriff Sprach- und Kulturwissenschaften sind die unterschiedlichsten Studiengänge gelistet und in einzelnen Kategorien zusammengefasst, wie z.B. unter Sprachwissenschaft und Übersetzungswesen.
studieren.de/fachbereiche

Montag, 21. September 2009

Die Leidenschaft für Sprachen zum Beruf machen

Sie haben Spaß an neuen Sprachen, sind ein richtiger „Fremdsprachennarr“? Dann machen Sie Ihre Leidenschaft zum Beruf! Wichtige Infos und zahlreiche Anregungen finden Sie vom 20. bis 22. November 2009 auf der Expolingua Berlin. Bei der internationalen Sprachenmesse steht in diesem Jahr das Thema „Dolmetschen und Übersetzen“ im Mittelpunkt.

Dabei soll insbesondere auf die zahlreichen Karrieremöglichkeiten im Sprachenbereich aufmerksam gemacht werden. Ein wichtiger Arbeitgeber ist zum Beispiel die Europäische Union, die auf der Messe vor Ort sein wird. So sucht die Generaldirektion Dolmetschen der Europäischen Kommission dringend Nachwuchs: „Die Verstärkung unseres Teams in allen Sprachen stellt uns vor eine große Herausforderung, da in naher Zukunft zahlreiche qualifizierte Dolmetscher in den Ruhestand treten werden. Allein für die deutsche Sprache suchen wir in den nächsten zehn Jahren mehr als 100 Dolmetscher,“ so Marco Benedetti von der Generaldirektion Dolmetschen der Europäischen Kommission.

Auf diesem Blog erfahren Sie Wissenswertes ums Thema Sprachberufe. Interviews mit Übersetzern und Dolmetschern sind dabei genauso geplant wie Hinweise über Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten. Neugierig geworden? Schauen Sie regelmäßig vorbei, der Blog wird laufend aktualisiert.

Donnerstag, 3. September 2009

Schwerpunkt "Dolmetschen und Übersetzen" auf der Expolingua Berlin 2009

Ob internationale Konferenz, Weltkonzern, Verlag oder Filmset – überall gibt es vielfältige und spannende Fremdsprachenberufe. Auf der Sprachenmesse Expolingua Berlin steht in diesem Jahr das Thema „Dolmetschen und Übersetzen“ im Mittelpunkt. Vom 20. bis 22. November können sich Interessierte ausführlich über Sprachberufe informieren. Veranstaltungsort ist das Russische Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin-Mitte.

Mehr zum Schwerpunkt in diesem Jahr erfahren Sie in Kürze hier auf diesem Blog!

Weitere Infos zur Messe gibt es unter: www.expolingua.com/Berlin

Mittwoch, 19. November 2008

Au revoir! - Expolingua Berlin erfolgreich beendet




Die Expolingua Berlin ist am Sonntag, den 16. November, erfolgreich zu Ende gegangen. Auf der Sprachenmesse präsentierten sich in diesem Jahr 191 Aussteller aus 33 Ländern. Damit waren mehr Länder als je zuvor auf der Messe vertreten. Auch bei den Besucherzahlen konnte eine positive Bilanz gezogen werden: 14 858 Interessierte kamen nach Berlin.

Ebenso fanden die 100 Beiträge des Vortragsprogramm mit 3767 Besuchern großen Zuspruch. Publikumsmagnet waren die zahlreichen Minisprachkurse, in denen die Besucher Sprachen wie Arabisch, Finnisch, Französisch, Japanisch und weitere ausprobieren konnten.

Die nächste Expolingua Berlin findet vom 20. bis 22. November 2009 wieder im Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur in Berlin statt.

Infos dazu unter: www.expolingua.com

Weitere Impressionen von der Expolingua Berlin 2008 finden sich in unserer Bildergalerie.

Mittwoch, 12. November 2008

Expolingua spricht Französisch – Die Gastsprache in Aktion

Der Countdown läuft – Bereits morgen startet die Expolingua, internationale Messe für Sprachen und Kulturen in ihre 21.Auflage, in diesem Jahr mit dem Schwerpunkt Französisch. Neben verschiedenen Ausstellern aus dem frankophonen Sprachraum wird der Gastsprache vor allem im begleitenden Vortrags- und Kulturprogramm ein Sonderplatz eingeräumt.

Gleich am Freitag geht’s los: Zum Auftakt stellt das Informations- und Dokumentationszentrum der französischen Botschaft (CIDU) Schülern und Studenten die Möglichkeiten eines Auslandsstudiums in Frankreich vor und gibt hilfreiche Tipps zur Organisation.

Im Anschluss präsentiert sich das Deutsch-Französische Jugendwerk in zwei Vorträgen: Mit einem Erfahrungsbericht aus erster Hand können die Zuhörer das DFJW-Programm Sauzay im ersten Vortrag näher kennen lernen. Anschließend wird ein umfassender Überblick über alle schulischen und außerschulischen Sprachprogramme des DFJW gegeben.

Der letzte Vortrag mit Französischbezug am ersten Messetag widmet sich den Chancen und Risiken der beruflichen Mobilität in Deutschland und Frankreich. Die zweisprachige Präsentation der RESPEA Mobilitätsagentur zeigt Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der deutsch-französischen Arbeitssuche auf und vermittelt nützliche Strategien und Informationen für einen beruflichen Senkrechtstart im Nachbarland.

Wer nach diesen Vorträgen auf den Geschmack gekommen ist, kann sich am Freitag Nachmittag sogleich in einem Minisprachkurs an der neuen Lieblingssprache versuchen.

Am Samstagnachmittag stellt das Institut Français de Berlin in zwei Vorträgen ihr vielfältiges Angebot rund um die französische Sprache und Kultur einerseits, und die Vorzüge des international anerkannten Sprachdiploms DELF andererseits vor.

Einen interessanten Einblick in die französische Phonetik gewährt die dritte Präsentation am Samstag. Der auf Französisch gehaltene Crashkurs der renommierten Pariser Universität Sorbonne Nouvelle vermittelt Grundlagen und neue Methodiken in der französischen Sprachausbildung.

Am Sonntag, dem letzten Messetag, kommt die Senatskanzlei Berlin zu Wort. Ihr Vortrag zur deutsch-französischen Bildungs- und Kulturzusammenarbeit veranschaulicht den Wirkungsbereich und des Bevollmächtigten für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit – ein Amt, das derzeit vom regierenden Bürgermeister Berlins Klaus Wowereit vertreten wird.

Das binationale Ausbildungsprogramm zum Fremdsprachenassistenten ist Thema des zweisprachigen Vortrages des CIEP (Centre international d’études pédagogiques).

Den Abschluss der Sondervorträge zur Gastsprache Französisch bildet die Präsentation von Ludolangue am Sonntag Nachmittag. Der französischsprachige Vortrag stellt die spielerischen Sprachlernmethoden des Vereins vor.

Direkt im Anschluss an die Sonderpräsentation beginnt im Rahmen des Kulturprogramms die Vorführung des Filmes Ensemble c’est tout (Zusammen ist man weniger allein). Der von Kritikern hoch gelobte Liebesfilm mit der bezaubernden Audrey Tautou in der Hauptrolle wird im französischen Original mit deutschen Untertiteln gezeigt.

Im Anschluss an den Film und als Abschluss des französischen Kulturprogramms wird der in Paris lebende Autor und Illustrator Chen Jiang Hong einen Einblick in seine international prämierten Werke geben. Der chinesischstämmige Wahlfranzose begeistert mit seinen Büchern rund um chinesische Mythen und Legenden ein weltweites Publikum. Auf die Lesung des, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichneten Künstlers folgt eine exklusive Signierstunde.


Neugierig geworden? Die offizielle Webseite der Expolingua bietet alle Informationen zur Messe und dem begleitenden Vortrags- und Kulturprogramm - nicht nur zum Thema Französisch: www.expolingua.com

Eine komplette Übersicht aller Präsentationen im Rahmen des Vortragsprogramms gibt es hier.

Das Kulturprogramm am Sonntag ist auf dieser Seite zusammengestellt.

Eine Übersicht aller 190 Aussteller aus 33 Ländern ist im Ausstellerverzeichnis der Expolingua zu finden.

Freitag, 7. November 2008

Film ab! - Das französische Kino

Die Filmkunst in Frankreich kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Als Wiege des Kinos haben französische Filmschaffende dem Medium Film nicht nur einen weltweiten Siegeszug verschafft. Neue Stilrichtungen und unkonventionelle Erzählweisen wirkten ebenso maßgebend wie stilbildend in der internationalen Filmgeschichte.

Die Brüder Auguste und Louis Lumière gelten als die Erfinder des Kinofilms. Im Jahr 1895 stellten sie mit ihrem innovativen Cinématographe erstmals bewegte Bilder einem ausgewählten Publikum vor. Ende des selben Jahres fand in Paris die erste öffentliche Filmvorführung statt. Das Debütwerk mit dem klingenden Namen L'Arrivée d'un train en gare de La Ciotat (Ankunft eines Zuges im Bahnhof von La Ciotat) lockte 35 zahlende Zuschauer in den Vorführsaal – und jagte sie im Angesicht eines heranrasenden Zuges panisch von den Sitzen. Die Kinoindustrie entwickelte sich nach anfänglich sporadischen Kurzfilmvorführungen rasant. Bereits nach kurzer Zeit zogen die überwiegend im dokumentarischen Stil gefilmten Produktionen tausende von Menschen regelmäßig in die Lichtspielhäuser. Dank der fehlenden Sprachbarriere von Stummfilmen gelang der weltweite Export französischer Filme. In der Frühphase dieser Epoche kamen schätzungsweise 80 Prozent aller Filme aus Frankreich.

Vor allem seit dem Ende der fünfziger Jahre war das französische Kino stilprägend für den internationalen Film. Als Wegbereiter der Nouvelle Vague durchbrachen Jean-Luc Godard, Claude Chabrol und Francois Truffaut mit ihren Werken die biedere Langeweile kommerzieller Studiofilme. Kantige Antihelden, ungewöhnliche Erzählstrukturen und realistische Filmtechniken ersetzten die distanzierte Künstlichkeit vorheriger Kinoproduktionen. Mit Filmen wie À bout de souffle (Außer Atem), Jules et Jim (Jules und Jim) und Le beau Serge (Die Enttäuschten) bescherten die Meisterregisseure nicht nur dem französischen Kino einen ungeahnten Erfolg. Auch damals noch unbekannte Jungstars wie Jean-Paul Belmondo und Jeanne Moreau wurden im Zuge des Neuen Französischen Films zu weltbekannten Schauspiellegenden.

Das Konzept der Nouvelle Vague hielt sich in seiner ursprünglichen Form nur bis Mitte der sechziger Jahre. In den folgenden Jahren wurde es ruhig um den französischen Film. In Deutschland ist diese Phase am ehesten durch zahlreiche Klamaukfilme von und mit Louis de Funés bekannt. Von der Balduin-Reihe über die Fantômas-Filme bis zum legendären L’aile ou la cuisse (Brust oder Keule) präsentierte der kleine Mustercholeriker massentaugliche Unterhaltung.

Eine neue Welle des französischen Kinos brachte in den achtziger Jahren moderne Klassiker wie Le grand bleu (Im Rausch der Tiefe), 37°2 le matin (Betty Blue - 37,2 Grad am Morgen) und Les Amants du Pont-Neuf (Die Liebenden von Pont-Neuf) hervor. Doch die Übermacht Hollywoods bekam auch der französische Film nachhaltig zu spüren. So ging der Anteil der französischen Produktionen in der Zuschauergunst vor allem in den achtziger und neunziger Jahren stetig zurück. Als Höhepunkte dieser Periode gelten insbesondere der Überraschungserfolg La cage aux folles (Ein Käfig voller Narren) und der alterslose Kultfilm aller Teenies La boum (La Boum - die Fete). In den neunziger Jahren hinterließen vor allem Delicatessen, La haine (Hass) und Le cinquième élément (Das fünfte Element) bleibenden Eindruck bei den Zuschauern.

Das französische Kino hat in den letzten Jahren mit weltweiten Erfolgen wie Le fabuleux destin d'Amélie Poulain (Die fabelhafte Welt der Amélie), dem Drama Les choristes (Die Kinder des Monsieur Mathieu), der oscarprämierten Piaf-Biografie La môme (La vie en rose) und dem Studentenfilm L’auberge espagnole einen erneuten Aufschwung erfahren. Im internationalen Ansehen gelten französische Produktionen nach wie vor als qualitativ hochwertig und richtungsweisend. Dank einer jahrzehntelangen filmischen Erzähltradition, talentierter Jungschauspieler, unkonventioneller Regisseure und einem besonderen Sinn für Ästhetik und Avantgarde wird das französische Kino auch in Zukunft sein Publikum zu erobern wissen, selbst über die Grenzen Frankreichs hinaus.

Einen kleinen Überblick über die französische Filmgeschichte bis zu den siebziger Jahren gibt die Seite von 35 Millimeter.

Die Website der Rélations Franco-Allemandes hat zum Thema Französischer Film eine ausgewählte Linksammlung für Interessierte zusammengestellt.

Dienstag, 4. November 2008

Okzitanisch - Das andere Französisch

In Frankreich wurde nicht immer nur Französisch gesprochen. Über viele Jahrhunderte sprachen die Menschen im Süden des Landes l'Occitan, das Okzitanisch. Dabei handelt es sich nicht um eine Variante oder einen Dialekt des Französischen: Okzitanisch ist eine so genannte galloromanische Sprache und blieb relativ unberührt von fränkischen Einflüssen. Sowohl das Französische als auch Okzitanisch haben sich unabhängig voneinander aus dem Lateinischen entwickelt.

Als natürliche Grenze der beiden Sprachräume in Frankreich gilt die Loire. Südlich des Flusses bildete sich die Langue d’Oc, das Okzitanische aus, nördlich davon die Langue d’Oïl, das weitgehend dem heutigen Französisch entspricht. Diese Bezeichnungen rühren von der unterschiedlichen Schreibweise des Wortes Ja her. Oïl steht für die altfranzösische Variante des oui; oc ist eine Abwandlung des lateinischen Partikels hoc. Das Okzitanische hat auch heute noch zahlreiche Dialekte, die sich in drei Gruppen einteilen lassen: Provenzalisch, Languedokisch und Gaskognisch.

Ihre Blüte erlebte das Okzitanisch im Mittelalter. Dort war sie die Sprache der Troubadoure und beeinflusste die Dichtkunst in ganz Europa zu dieser Zeit. Aber auch im alltäglichen Leben hatte die Sprache einen hohen Stellenwert.

Die Bedeutung des Okzitanischen im Alltag verschwand mit dem Erlass Ludwig XIV., Okzitanisch als Unterrichtssprache an den öffentlichen Schulen abzuschaffen. Mit der Französischen Revolution ab 1789 verlor die Regionalsprache weiter an Bedeutung. Der öffentliche Diskurs wurde auf Französisch geführt, das Bildungswesen wurde zentral von Paris aus organisiert und bediente sich der französischen Sprache.

Okzitanisch Heute

Nach langen Jahrzehnten der Vernachlässigung erlebte das Okzitanisch schließlich ein Comeback. Bereits im 19. Jahrhundert setzten sich Künstler und Intellektuelle für den Erhalt der Sprache ein, indem sie die alten Texte und Lieder studierten. Mitte der dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts einigte man sich dann auf verbindliche Regeln für die Grammatik der Sprache.

Heute wird Okzitanisch wieder an Universitäten gelehrt und an Schulen als Wahlfach angeboten. Es gibt sogar spezielle zweisprachige Privatschulen, in denen den ganzen Tag Okzitanisch unterrichtet wird. Insgesamt lernen 70.000 französische Schülerinnen und Schüler jährlich Okzitanisch.

Im privaten Umfeld wird die Sprache im Süden Frankreich heute von etwa 2 bis 3 Millionen Menschen gesprochen. Als allgemeine Alltags- und Kommunikationssprache wird sie jedoch in keinem zusammenhängenden Gebiet mehr benutzt. Zudem existiert zwar eine umfassende Schriftsprache, die zum Teil auch im Schulunterricht verwendet wird, allerdings findet diese nicht bei allen Sprechern Anerkennung.

Eine detaillierte Betrachtung der okzitanischen Sprache findet sich auf den Seiten der Universität Freiburg.

Die Website Lexilogos bietet ihrerseits eine sehr umfangreiche Linksammlung zum Occitan und seiner einzelnen Dialekte.

Dienstag, 28. Oktober 2008

Merde! - Schimpfen und Schmähen auf Französisch

Französisch gilt von jeher als Sprache der Liebe, der Diplomatie und der feinen Gesellschaft. Eine jahrhundertelange Tradition an geschliffenem Ausdruck und das Image einer über Banalitäten erhabenen Sprache eilt dem Französischen voraus. Doch die wortgewandten Franzosen können ihr eindrucksvolles Vokabular auch anders nutzen.

Fast ebenso eloquent wie deftig weiß der Franzose seine Worte als Waffe im verbalen Duell einzusetzen. Selbst trivialste Kraftausdrücke werden in unserem Nachbarland mitunter zur Kunstform erhoben und dem nicht selten verwirrten Gegenüber mehr oder weniger subtil unter die Nase gerieben. Denn ein schöner Klang macht noch lange keinen schönen Kern.

Besonders das Tierreich ist für Streitwillige eine wahre Spielwiese der Inspiration. So sollte sich jemand, der als pigeon, also Taube betitelt wird, nicht allzu sehr über diese tierische Entsprechung freuen – man hält ihn ganz unverblümt für einen leichtgläubigen Deppen. Auch ein poulet, das französische Huhn deutet nicht auf gackerndes Federvieh hin, sondern ist die schlichte Verunglimpfung eines Polizisten. Über charakterliche Parallelen lässt sich in diesem Fall nur spekulieren. Unattraktive Damen hingegen müssen sich als fader thon (Thunfisch) abwerten lassen.

Unter die Gürtellinie geht es bei französischen Verbalattacken natürlich mit Vorliebe. Fast schon altmodisch ritterlich muten die bijoux de famille (Familienjuwelen) und der braquemart (Kurzschwert) an, während die weiblichen lolos und die intime chatte (Kätzchen) eher verniedlichend sind. Wenn dann keum (Männlein) und meuf (Weiblein) aufeinander treffen, sich ausgiebig dem bécoter (Schnabeln) widmen und schließlich voir les feuilles à l’envers (die Baumblätter von unten betrachten), ist es mitunter nur noch eine Frage der Zeit, bis Madame un polichinelle dans le tiroir (einen Kasper in der Schublade) hat.

Für weitere verbale Eskapaden bietet dieses ausführliche und nicht ganz jugendfreie Schimpfwörterbuch eine Fülle französischer Schmähworte.

Das Dictionnaire de la Zone ergründet die französische Umgangssprache der großstädtischen Vororte, inklusive Suchfunktion.

Mittwoch, 1. Oktober 2008

Französisch in den USA: Louisiana

In letzter Zeit ist der US-amerikanische Bundesstaat Louisiana vor allem wegen Wirbelstürmen und Überschwemmungen in die Schlagzeilen geraten. Der Bundesstaat am Golf von Mexiko blickt jedoch auch auf eine wechselvolle Vergangenheit zurück, in der Frankreich und auch die französische Sprache eine große Rolle spielen.

Bereits 1682 beanspruchten die Franzosen Louisiana und besiedelten es 1699 dauerhaft. Zu Ehren des französische Königs Ludwig XIV. wurde das riesige Gebiet, das vom heutigen Kanada bis zum Golf von Mexiko verlief, auf den Namen Louisiana getauft. In der Folgezeit fielen Teile Louisianas an Spanien, Großbritannien und die USA, um anschließend jedoch wieder unter die Herrschaft Frankreichs zu fallen. Im Jahr 1803 verkaufte Napoleon I. den französischen Anteil für 15 Millionen Dollar an die damals noch jungen Vereinigten Staaten.


Der Einfluss Frankreichs in der Vergangenheit hat Louisiana nachhaltig geprägt. Noch heute hat die französische Sprache in dem Bundesstaat am Mississippi-Delta einen besonderen Stellenwert. Als frankophon werden in Louisiana mehrere Bevölkerungsgruppen bezeichnet. Zur Gruppe der Creoles zählen zum einen die Nachfahren französischer und spanischer Einwanderer sowie Nachkommen der Bewohner der früheren französischen Karibikkolonien.

Die größte Gruppe mit etwa 194 000 Sprechern bilden die Cajuns. Sie sind damit auch die größte französischsprachige Minderheit in den USA. Die Cajuns sind die Nachkommen französischer Kolonisten, die im 18. Jahrhundert aus der ehemaligen kanadischen Provinz Akadien vertrieben wurden. Der von dieser Bevölkerungsgruppe gesprochene französische Dialekt, der Cajun-French oder Français Acadien genannt wird, unterscheidet sich vom Standard-Französisch sowohl im Hinblick auf Grammatik, als auch beim Vokabular und der Aussprache zum Teil erheblich. Aufgrund der englischsprachigen Umgebung und dem mangelnden Sprachunterricht hat sich die Schreibweise des Français Acadien im Laufe der Zeit vermehrt anglisiert. Die Sprache der Cajuns hatte über lange Zeit einen schweren Stand. Bis weit ins 20. Jahrhundert wurden die Sprecher dieses westfranzösischen Dialekts als hinterwäldlerisch verspottet. In Schulen wurde Französisch zu sprechen bis 1974 gar verboten.

Seit 1968 engagiert sich die staatliche Agentur
CODOFIL für den Erhalt und die Förderung der französischen Sprache in Louisiana. So ist das Französische auch bei der jüngeren Generation wieder angekommen.

Einen Artikel bei Spiegel Online zu Cajun Country, Louisiana, finden Sie
hier.

Mittwoch, 24. September 2008

Französisch für Profis Teil II - Der Knoten in der Zunge

Wer nach der Lektüre unseres "Französisch für Profis Teil I" nun gedacht hat, die Eigenarten der französischen Sprache erschöpften sich in amüsant klingenden Schimpfwörtern oder schlicht abstrusen Geheimjargons, der irrt. Auch der Franzose weiß auf jedes Sahnehäubchen noch eine Kirsche zu setzen. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst der Deutschen liebstes Sprachspiel im Französischen eine wahre Kunstform darstellt - Zungenbrecher par excellence!

Das französische Pendant zum deutschen Fischers Fritz sind die scherzhaften Virelangues. Dabei geht es, wie im Deutschen auch, um die möglichst schnelle Aussprache komplizierter und oft sinnfreier Wortkombinationen zur Belustigung der Zuhörer. Französischsprachige Anfänger in der hohen Kunst der stolperfreien Zungenbrecher sollten mit einem einfachen Satz beginnen:
  • Trois fraises fraîches et trois petites pipes fines.
  • (Drei frische Erdbeeren und drei kleine feine Pfeifen.)
Zu simpel? Vielleicht ist der bekannteste französische Virelangue schon eher eine Herausforderung:
  • Un chasseur sachant chasser doit savoir chasser sans son chien.
  • (Ein Jäger, der zu jagen versteht, muss auch ohne seinen Hund jagen können.)
Die Spuckflecken am Bildschirm halten sich immer noch in Grenzen? Keine Sorge, die wahren Meister der französischen Sprache dürfen sich gern an schweißtreibende Satzkonstruktionen wie diese wagen:
  • Un pâtissier qui pâtissait chez un tapissier qui tapissait, dit un jour au tapissier qui tapissait: vaut-il mieux pâtisser chez un tapissier qui tapisse ou tapisser chez un pâtissier qui pâtisse?
  • (Ein Bäcker, der bei einem Tapezierer, der tapezierte, backte, sagt eines Tages zum Tapezierer, der tapezierte: Ist es besser, bei einem Tapezierer, der tapeziert zu backen oder bei einem Bäcker, der bäckt zu tapezieren?)
Gratulation an alle, die diese Zischlautschlange ohne Brummschädel und Knoten in der Zunge bezwungen haben!

Für Liebhaber der Virelangues empfiehlt sich eine Spezialform der Zungenbrecher, die so genannten Trompe-oreilles. Ähnlich komplex wie die Virelangues, sorgen die Trompe-oreilles zusätzlich für akkustische Täuschungen. Einige verdrehen den Sinn des gehörten Satzes:
  • Mon père est maire de Mamère et mon frère est masseur.
  • (Mein Vater ist der Bürgermeister von Mamère und mein Bruder ist Masseur.)
Der Zuhörer versteht:
  • Mon père est mère de ma mère et mon frère est ma soeur.
  • (Mein Vater ist Mutter meiner Mutter und mein Bruder ist meine Schwester.)
Andere Trompe-oreilles erwecken den Eindruck, als ob sie aus einer fremden Sprache stammten:
  • Qu'à bu l'âne au quai? - Au quai, l'âne a bu l'eau.
  • (Was hat der Esel am Kai getrunken? - Am Kai hat der Esel Wasser getrunken.)
  • Si ton tonton tond ton tonton, ton tonton tondu sera.
  • (Wenn dein Onkel deinen Onkel kahl schert, wird dein Onkel kahl geschoren sein.)
Gefallen am virtuosen Sprachspaß gefunden? Zum weiteren Üben der Zungenfertigkeit findet sich ein Fülle von Virelangues und Trompe-oreilles auf dieser und dieser Seite.

Dienstag, 16. September 2008

Französisch für Profis Teil I – Das Argot

Der Weg zur perfekten französischen Aussprache ist gepflastert mit Stolpersteinen. Von der Aneinanderreihung unzähliger Zischlaute über verschluckte Endungen bis hin zu nicht enden wollenden Satzkonstruktionen - Die Tücken der französischen Sprache bringen so manchen Französischschüler gehörig ins Schwitzen. Nicht selten enden da die ersten Gehversuche in der Sprache unserer Nachbarn mit komplettem Lautsalat.

Für fortgeschrittene Frankophile kann die Ausdrucksform mitunter aber gar nicht knifflig genug sein. Unter ihnen erfreut sich eine sprachliche Spielart großer Beliebtheit, die mit dem Schulfranzösisch nur noch wenig zu tun hat. Das Argot, eine slangähnliche Geheimsprache, entwuchs im Mittelalter dem Milieu von Bettlern und Gaunern und wird heute vor allem von Jugendlichen gesprochen. Eine Variante des Argots ist der Metzger-Jargon Louchébem, dessen Ursprung im 19. Jahrhundert liegt. Im Louchébem wird der erste Konsonant eines Wortes ans Ende verschoben, mit einer beliebigen Nachsilbe ergänzt und der Buchstabe L an den Anfang gesetzt. So wird aus dem „monsieur“ der „lesieum“ und aus dem „fou“ der „loufoque“. Die Schreibweise verändert sich dabei oft gemäß der Lautsprache.

Etwas komplexer und variationsreicher als das Louchébem ist hingegen das Verlan. Als Verlan bezeichnet man eine jugendliche Spielsprache die, ähnlich dem Louchébem, die Wortsilben umkehrt und verschiebt. Verlan selbst ist bereits ein Wortdreher vom eigentlichen Begriff „à l’envers“ für rückwärts. Grundlegend gibt es drei Formeln für die Bildung von Verlan:
  • Die einfache Umkehrung: Das Verb „tomber“ wird zu „béton“.
  • Das Hinzufügen von Lauten: Das Schimpfwort „merde“ wird zu „demeur“.
  • Das Weglassen des letzten Vokals: Der „père“ verliert sein è auf dem Weg zum „reup“.
Den sprachlichen Verdrehungen und Nuancen sind beim Verlan kaum Grenzen gesetzt und finden nicht selten Einzug in die Umgangssprache. So werden die maghrebinischen Einwanderer in Frankreich bereits seit den achtziger Jahren mit dem Verlan-Ausdruck der „Beurs“ (von „Arabes“) bezeichnet.

Eine weitere Geheimsprache im Französischen ist das Javanais. Besonders Kinder und jüngere Teenager machen sich einen Spaß daraus, Worte und ganze Unterhaltungen so zu verfremden, dass sie für Außenstehende nicht mehr zu verstehen sind. Dabei wird die Silbe „av“ einfach zwischen Konsonant und Vokal geschoben. So lässt sich herrlich über Eltern, Lehrer und ähnlich nervende Erwachsene lästern! Welcher Pauker merkt schon, dass man ihn für doof hält, wenn er „Lave pravof est bavêtave!“ hört?

Einen pfiffigen Generator ins Javanais gibt es auf dieser Website.
Ein Wörterbuch mit 18 000 Stichworten aus dem Argot findet sich hier.

Dienstag, 26. August 2008

Woher kommt das Croissant?

Als fester Bestandteil der französischen Lebensart und Esskultur gilt das Croissant. Doch ist das Croissant wirklich „typisch französisch?

Die Ursprünge des Croissants sollen in Österreich liegen. Das Gebäck aus Hefeteig und viel Butter verdankt einer Legende zufolge seine Entstehung der Belagerung Wiens durch die Türken im 17. Jahrhundert. Zu nachtschlafender Zeit hatten die osmanischen Eroberer versucht, über einen Tunnel in die Stadt einzudringen. Die Bäcker, wie immer schon zur frühen Stunde wach und bei der Arbeit, bemerkten die Eindringlinge jedoch rechtzeitig und schlugen Alarm. Zur Feier des Tages wurde der türkische Halbmond in Teigform hergestellt.

Den Weg nach Frankreich fand das Croissant dann schließlich knapp 100 Jahre später durch die neue Gemahlin des französischen Königs Ludwig XVI. Seine Angetraute Marie-Antoinette brachte bei ihrem Umzug 1770 von Österreich nach Paris ihren ganz persönlichen Bäcker mit, damit sie auch in der Fremde nicht auf ihre geliebten Süßspeisen verzichten musste. Ihr Leibbäcker versorgte Ihre königliche Hoheit dann auch weiterhin mit „Kipferln“, die schließlich unter dem Namen Croissant (von „lune croissante“ = zunehmender Mond) in ganz Frankreich einen Siegeszug antraten. Zwar landete Marie-Antoinette im Laufe der Französischen Revolution auf dem Schafott, ihre Vorliebe für den buttrigen Blätterteig in Hörnchenform konnte sich beim Volk jedoch durchsetzen.

Die Geschichte des Croissants basiert zwar hauptsächlich auf Legenden und überlässt vieles der Spekulation. Ohne Zweifel zählt das Gebäck aber heute zu den nationalen Symbolen der Franzosen und steht in einer Reihe mit dem Eiffelturm, rotem Wein und typischen Baguette. Und ein echt französisches Frühstück kommt auch außerhalb Frankreichs niemals ohne einen heißen Café au Lait und leckere Croissants aus.

Croissants schon mal selber gemacht? Eine Auswahl von Rezepten finden Sie hier.

Mittwoch, 20. August 2008

Französisch – die Sprache der Liebe

Charmant, feinsinnig, zärtlich, romantisch – der französischen Sprache werden viele positive Merkmale zugesprochen. Als „Sprache der Liebe“ wird sie vor allem auch von uns Deutschen bezeichnet. Doch woher kommt diese Redensart? Was macht ein zart geflüstertes „Je t’aime“ um so vieles romantischer als ein schlichtes „Ich liebe dich“ oder das etwas inflationär gebrauchte „I love you“?

Die romantischen Vorstellungen und Assoziationen zur französischen Sprache haben ihren Ursprung unter anderem im 18. und 19. Jahrhundert. In der französischen Literatur war das Zeitalter der Romantik angebrochen und die Schriften der Autoren aus Frankreich erfreuten sich unter Intellektuellen und beim Adel in ganz Europa größter Beliebtheit. Bildungsreisen ins europäische Ausland kamen zu jener Zeit ebenfalls in Mode, die auch meist eine längeren Aufenthalt in Paris beinhalteten. Berichte aus der „Stadt der Lichter“ taten daher ihr Übriges, das Bild des romantischen und eleganten Frankreich ins Ausland zu tragen.

Die französischen Chansons beschworen spätestens seit dem 20. Jahrhundert erneut den Mythos der „Sprache der Liebe“. Wenn Edith Piaf „C’est l’amour“ anstimmt oder Serge Gainsbourg und Jane Birkin "Je t'aime" ins Mikrophon hauchen, bleibt kaum einer ungerührt. Das Chanson wurde zum Inbegriff der Liebe, des Leidens und des Dramas, auch wenn er sich immer wieder politischen Themen zuwendet.

Französisch hört sich für unsere Ohren nicht nur sehr melodiös an - die Franzosen geben sich auch vergleichsweise große Mühe, sich mit höflichen Äußerungen und Komplimenten beim anderen Geschlecht beliebt zu machen. Macht „Mann“ im Deutschen unwirsch auf sich ausbreitende „Fettpölsterchen“ aufmerksam spricht der Franzose galant vom "poignée d'amour", einem "Haltegriff der Liebe". Auch der „Bierbauch“ kommt bei unseren Nachbarn besser weg, er heißt hier "coussin d'amour", das „Kissen der Liebe“.

Ein weiterer Beitrag zum Thema im Internet

Internationale Popgrößen starteten in der Vergangenheit immer wieder Ausflüge in die Sprache der Liebe, zu hören auf dem SamplerParlez Vous Pop?“
. Hörproben finden Sie hier.

Dienstag, 12. August 2008

Die Berliner Schnauze spricht Französisch

Die Franzosen prägten nicht nur nachhaltig die Geschichte Berlins sondern auch den Jargon der Einheimischen, das Berlinerische. Französisch war in den vergangenen Jahrhunderten beim Adel und der bürgerlichen Oberschicht der Stadt die Sprache der Wahl, auch bei Intellektuellen sowie in der Bildung und Diplomatie war das Französische weit verbreitet.

Zudem sorgte die Aufnahme der französischen Hugenotten, die im 17. Jahrhundert vor der Unterdrückung in ihrer Heimat flohen, sowie die Besatzung Preußens durch Napoleon zu Beginn des 19. Jahrhunderts für einen nachhaltigen Einfluss der französischen Sprache auf die Berliner Mundart.

Nach und nach ließen die Berliner französische Begriffe und Redensarten in den eigenen Jargon mit einfließen. Französisch zu sprechen galt schließlich auch beim einfachen Volk als "chic". Man orientierte sich dabei jedoch lediglich am Klang der französischen Begriffe. Daher ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen, welche französische Worte oder Redewendungen in die eigene aufgenommen und auf Berliner Art angepasst wurden.

Hier einige Beispiele zum Französischen im Berlinerischen, wie es auch noch heute bei den "echten" Hauptstadtbewohnern zu hören ist, entnommen aus dem Buch "Französisch im Berliner Jargon" von Ewald Harndt:

Zweemal bin ick mit se ums Karree (carré) jelofen, da hatte ick de Neese pleng (nez, plein=voll).

Sei nicht so etepete (être peut-être = im Zweifel sein) und knall ihm mit Forsche (force=Kraft) eene vor'n Deez (tête=Kopf).


Et is een wahret Jlück, det bei det Unjlück jlücklicherweise keen Maller (malheur) passiert.


Ein kurzer Beitrag dazu bei Wikipedia:
Französisch in der Berliner Mundart